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Panorama Mit dem Zug geht es jetzt schneller nach Italien
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21:12 11.12.2016
Die Schweiz hat den Gotthard-Basistunnel in Betrieb genommen. Am Sonntagmorgen rollte der erste reguläre Passagierzug von Zürich aus in Richtung Lugano. Quelle: EPA
Zürich/Lugano

Ein Jahrhundertbauwerk ist am Netz: Mehr als ein halbes Jahr nach der feierlichen Eröffnung hat die Schweiz den Gotthard-Basistunnel in Betrieb genommen. Der erste reguläre Passagierzug rollte am frühen Sonntagmorgen von Zürich aus in Richtung Lugano.

Dank des gigantischen Bauwerks verkürzt sich die Reisezeit von Nord nach Süd um mehr als 30 Minuten. Die erste offizielle Fahrt durch den 57 Kilometer langen Tunnel dauerte nur etwa 17 Minuten. Insgesamt sollen täglich rund 50 Personen- und bis zu 260 Güterzüge durchs Gebirge rollen.

5000 Testfahrten durch den Gotthard-Basistunnel

Der Gotthard-Basistunnel war nach 17 Jahren Bauzeit bereits am 1. Juni mit einem Festakt eröffnet worden. Hochrangige Gäste reisten damals zu den Feierlichkeiten – etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Ehe der Tunnel aber für den allgemeinen Bahnverkehr freigegeben werden konnte, standen noch etliche Probedurchläufe an. Insgesamt 5000 Testfahrten wurden absolviert.

„Wir haben lange trainiert und freuen uns, dass es jetzt endlich losgeht“, sagte der Chef der Schweizer Bahn (SBB), Andreas Meyer. Der Gotthard-Basistunnel ist das Herzstück der „Neuen Eisenbahn-Alpentransversale“ (NEAT).

Blick aus der Lok in den Gotthard-Basistunnel. Quelle: KEYSTONE
Blick in den ersten regulären Passagierzug, der durch den Gotthard-Basistunnel fuhr. Quelle: KEYSTONE

Gotthard-Basistunnel: Kürzere Fahrzeiten

Schneller ins Tessin und nach Norditalien reisen: Das können Fahrgäste nach der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels, wenn sie nördlich der Alpen in den Zug steigen. Denn: „Mit dem neuen Fahrplan verkürzen sich die Fahrzeiten für Reisende aus Deutschland in Richtung Südschweiz“, erklärt eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB). Je nach Zielort brauchen Fahrgäste dann rund 30 bis 40 Minuten weniger.

Ein paar Beispiele: Die Strecke von Basel nach Lugano dauerte nach Angaben der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) bislang rund 3 Stunden und 40 Minuten. Mit dem neuen Fahrplan sind es etwa 30 Minuten weniger. Auch den Lago Maggiore können Reisende nach DB-Angaben rund 30 Minuten schneller erreichen, wenn sie über Locarno fahren. Und wer nach Bellinzona im Herzen des Tessins will, braucht mit dem Zug durch den neuen Tunnel rund 40 Minuten weniger.

Auch das Angebot ändert sich: „Auf der Strecke von Frankfurt am Main über Basel nach Norditalien erhöht sich die Anzahl der schnellen Verbindungen“, sagt die DB-Sprecherin. Denn zusätzlich zu den Verbindungen über den Lötschberg könnten Reisende nun auch durch den Gotthard-Basistunnel fahren.

Die Strecke ist an das europäische Bahnnetz angebunden. Größere Veränderungen sind für Bahnreisende in Richtung Italien jedoch erst später spürbar. „Ab 2018 soll es nach derzeitiger Planung eine Direktverbindung von Frankfurt am Main nach Mailand geben“, sagt die DB-Sprecherin.

Der 57 Kilometer lange Gotthard-Basistunnel verbindet den Norden mit dem Süden. Die Strecke verläuft durch die Schweizer Alpen - von Erstfeld im Norden bis nach Bodio im südlichen Kanton Tessin.

Von dpa/RND