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Panorama Mindestens 15 Tote bei Massenpanik auf Loveparade
Mehr Welt Panorama Mindestens 15 Tote bei Massenpanik auf Loveparade
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21:55 24.07.2010
Bei einer Massenpanik auf der Loveparade in Duisburg sind mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Quelle: ap

Tragödie bei der Loveparade in Duisburg: Eine Massenpanik in einem Zugangstunnel zum Veranstaltungsgelände hat am späten Sonnabendnachmittag mindestens 15 Tote und über 100 Verletzte gefordert. Bei den Todesopfern handelt es sich nach Polizeiangaben um neun Frauen und sechs Männer. Aus Sicherheitsgründen wurde die von insgesamt 1,4 Millionen Menschen besuchte Loveparade dennoch nicht sofort abgebrochen. Ohnehin herrschten nach der Katastrophe teilweise chaotische Zustände.

Die Panik entstand vor dem eigentlichen Loveparade-Gelände am alten Güterbahnhof der Stadt. Augenzeugen berichteten, Polizeibeamte hätten Tausende Menschen davon abgehalten, auf das wegen Überfüllung geschlossene Gelände der Großveranstaltung zu strömen. Viele Besucher seien bei dem Andrang umgekippt. Etwa zehn hätten wiederbelebt werden müssen. Rettungskräfte seien kaum durchgekommen.

Polizeihauptkommissar Jürgen Kieskemper nannte die Situation „sehr chaotisch“. „Wir müssen noch aufklären, was da war.“ Die Ursache der Panik sei noch unklar, sagte Kieskemper.

Einem Augenzeuge zufolge, der mit im Tunnel war, sind die Menschen im dichten Gedränge nicht mehr vor oder zurück gekommen. Dadurch sollen einige in Panik geraten sein und geschrien haben, was sich dann zu einer Massenpanik ausgewachsen habe. In dem nachfolgenden Gedränge sei es dann zu dem Unglück mit den vielen Toten und Verletzten gekommen.

Unmittelbar vor der Meldung über die Massenpanik hatte die Polizei um 17.34 Uhr berichtet, das Veranstaltungsgelände sei wegen Überfüllung geschlossen worden. „Die Polizei gibt über Lautsprecher Hinweise an die Teilnehmer und bittet sie, zurück in Richtung Hauptbahnhof zu gehen.“ Die Polizei war mit mehr als 2000 Landespolizisten vor Ort, wie Kieskemper weiter sagte. Zusätzlich seien noch 1200 Bundespolizisten eingesetzt gewesen.

Zuschauer über Autobahn abgeleitet

Die Notausgänge des Loveparade-Geländes wurden nach dem tragischen Unfall geöffnet. Die Zuschauer wurden nach Angaben der Stadt Duisburg über die Autobahn 59 und die Anschlussstelle Hochfeld auf die Düsseldorfer Straße abgeleitet. Alle noch ankommenden Besucher wurden am Hauptbahnhof angehalten, wieder umzukehren. Am Abend wurden auch 120 Busse aktiviert, um die Besucher so schnell wie möglich nach Hause zu bringen.

Dass die Veranstalter die Musikparty zunächst weiterlaufen ließen, erklärte der Pressesprecher der Stadt Duisburg, Frank Kopatschek, mit der Sorge um die Sicherheit der 1,4 Millionen Besucher. „Der Krisenstab hat entschieden, die Veranstaltung noch nicht zu beenden, weil im Moment zu viele Menschen auf dem Gelände sind“, sagte Kopatschek. Eine weitere Panik habe verhindert werden müssen. Alle Notausgänge seien aber geöffnet.

Vor dem Veranstaltungsgelände fuhren nach dem Unglück Rettungswagen mit Martinshorn und Blaulicht herein und heraus. Polizisten kontrollierten den Besucherstrom.

Auch im Hauptbahnhof, wo nach Augenzeugenberichten zunächst Menschen auf die Gleise gelaufen waren und der Zugverkehr unterbrochen werden musste, wurde kontrolliert, so dass schließlich auf einer Seite abgefahren und auf der anderen angekommen wurde. Rund um den Hauptbahnhof lief noch eine eigene Party mit viel Musik und Alkohol. Auf einem anderen Teil des Geländes lief die Abschlussveranstaltung weiter. Viele Besucher hatten von dem tragischen Unfall zunächst nichts mitbekommen, die DJs legen weiter auf.

Andrang in Unfallklinik

Der Sprecher der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Duisburg, Friedhelm Bohlar, sagte, seit dem Zwischenfall seien immer wieder Schwerverletzte gekommen, die in der Klinik versorgt wurden. Es kämen aber noch weitere Hubschrauber rein, und man wisse noch nicht genau, wie schwer die Verletzungen seien. In der Unfallklinik war aber zunächst keiner der Schwerverletzten in einem kritischen Zustand. Es gebe Schnittwunden und Quetschungen, etwa des Beckens.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger reagierte bestürzt auf die Massenpanik. „Ich bin entsetzt und traurig, dass Menschen, die unbeschwert feiern wollten, gestorben sind“, sagte der SPD-Politiker in Duisburg. „Mein ganzes Mitgefühl gilt ihren Angehörigen und Freunden.“ Der Krisenstab der Landesregierung habe sofort reagiert und weitere Behandlungs- und Betreuungskräfte aus dem ganzen Land nach Duisburg geschickt, sagte der Minister.

Die insgesamt dritte Loveparade im Ruhrgebiet war am Nachmittag friedlich gestartet. Ab 14 Uhr rollten 15 sogenannten Floats über das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs der Ruhrgebietsstadt. Erstmals fuhren die Paradewagen nicht wie in früheren Jahren durch die Innenstadt, sondern auf einem abgesperrten Gelände im Kreis.

Schon zwei Stunden vor dem Startschuss hatte in der Duisburger Innenstadt am Mittag eine Art Ausnahmezustand geherrscht, als sich Hunderttausende Elektro- und Technofans ihren Weg dorthin bahnten. Die Polizei hatte die Innenstadt weiträumig abgesperrt, um des Ansturms Herr zu werden.

Die Polizei hat eine Telefonnummer geschaltet, unter der sich Angehörige von Opfern informieren können: 0203-94000.

ap / dpa

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