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Panorama Uni Hannover führend bei Militärforschung
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00:15 06.02.2014
Von Alexander Dahl
Auch an Drohnen und Raketen für US-Auftraggeber wird in Niedersachsen gearbeitet. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Bei allen aufgelisteten Projekten liegen militärische Interessen der öffentliche und privaten Auftraggebernnahe. Zehn Hochschulen und elf außeruniversitäre Institute konnten auf diese Weise 31,3 Millionen Euro an Drittmitteln einwerben, wie Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Klajic (Grüne) am Montag bekanntgab. 43 weitere Forschungseinrichtungen, die in der Umfrage im Dezember 2013 ebenfalls angeschrieben wurde, verneinten eine Beteiligung an militärischer Forschung.

Zwischen 2000 und 2013 warben niedersächsische Hochschulen rund fünf Milliarden Euro an Drittmitteln ein – der Umsatz, der auf militärische Projekte entfällt, beträgt also etwa 0,5 Prozent.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte das Ministerium Daten zu militärischen Forschungsaufträgen erhoben. 2008 wurden 27 Projekte ermittelt, 2012 waren es 44. Eine echte Steigerung sei daraus aber nicht ablesbar, betonte Heinen-Klajic, da die Frage nach dem militärischen Hintergrund der Forschung früher enger gefasst worden sei. „Heute sind etliche Forschungsaufträge dual-use; Ergebnisse wären also sowohl zivil als auch militärisch verwendbar.“

Die beim Einwerben militärischer Forschungsaufträge erfolgreichste Hochschule ist die Leibniz Universität Hannover. Sie konnte 10,85 Millionen Euro mit 35 Projekten erwirtschaften. Rang zwei fällt an die Technische Universität Clausthal-Zellerfeld, die mit elf Projekten 4,05 Millionen Euro erzielte, gefolgt von der Technischen Universität Braunschweig, die mit 36 Projekten 3,57 Millionen Euro umsetzte. Viele Aufträge stammen vom Bundesverteidigungsministerium und Einrichtungen der Bundeswehr, aber auch vom Rüstungskonzern Rheinmetall. Aus dem Ausland kamen Aufträge der US-Armee im Wert von rund 2,6 Millionen Dollar, ein Auftrag des britischen Verteidigungsministeriums und vier Projekte des südkoreanischen Militärs.

Heinen-Klajic machte gestern klar, dass eine moralische Bewertung schwer sei, da die Forschung auch der Sicherheit der Bundeswehrsoldaten in Afghanistan dienten. Sie setzte daher auf den öffentlichen Diskurs. „In einer Demokratie verbietet es sich, dass öffentlich geförderte Hochschulen hinter verschlossenen Türen forschen“, so Heinen-Klajic. Militärische Forschungsprojekte sollen in Niedersachsen zudem künftig in einer Datenbank gesammelt werden – „um ethische Debatten auch anstoßen zu können“.

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