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Panorama Miesmuschelfischer kämpfen mit Niedrigpreisen
Mehr Welt Panorama Miesmuschelfischer kämpfen mit Niedrigpreisen
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17:53 15.08.2016
Mit geübtem Blick: Fischereireferentin Vivien Kudelka schaut sich die ersten Muscheln der Saison auf dem Schiff „Charlotte“ an. Foto: dpa Quelle: Ingo Wagner
Greetsiel

Mit sicherer Hand steuert Kapitän Leo van der Jagt seine „Charlotte“ in die Ems-Schleuse. Von hier aus geht es aufs Meer, vorbei an Sandbänken, auf denen sich Vögel und Seehunde ausruhen. Dann hat der Kapitän seine Fanggründe erreicht: Der Holländer fischt vor der niedersächsischen Küste nach einer besonderen Delikatesse, nach Miesmuscheln. Van der Jagt leitet eine der vier niedersächsischen Miesmuschelfischereien. Vor wenigen Tagen haben die Fischer dort mit dem Abfischen, der sogenannten Ernte, begonnen.

„Die meisten unserer Hängekulturen haben wir in der Jade ausgelegt“, sagt der Seemann mit breitem holländischen Akzent. Er meint die künstlich angelegten Miesmuschelfelder, an denen die Tiere schneller wachsen als in freier Wildbahn. Doch am Montag fischt er zu Vorführungszwecken in der freien Natur: Das traditionelle Miesmuschelfest wird gefeiert, dafür ist die Branche auf seinem Schiff zusammengekommen.

Van der Jagt fährt das Netz aus und lässt es langsam im Meer versinken. Dann gibt er Gas. Die Motoren des Fischerboots heulen auf und ziehen das Netz über den Meeresgrund. Als van der Jagt es wenige Minuten später wieder aus dem Wasser zieht, baumeln 750 Kilogramm Miesmuscheln am Kran.

Die vier niedersächsischen Fischereiunternehmen haben es in diesem Jahr nicht leicht. Die Händler zahlen nicht viel auf den großen Auktionen in Holland, auf denen auch das Gros der deutschen Ware verkauft wird. „Derzeit bekommen die Fischer rund 1,60 Euro für ein Kilo“, sagt Manuela Gubernator, die Geschäftsführerin der Niedersächsischen Muschelfischer-Gesellschaft. Der Durchschnittspreis am Jahresende dürfte nach ihren Schätzungen aber deutlich darunter liegen. Zudem sind die Verkaufsmengen in diesem Jahr gering.

Die Miesmuschelfischerei ist aufwändig. Im Frühjahr lassen sich die befruchteten Larven auf den Muschelbänken nieder, danach werden die noch jungen Saatmuscheln von Wildbänken abgefischt. Sie sind noch zu klein, um verkauft zu werden, stattdessen sollen sie auf künstlich angelegten Hängekulturen unter Wasser weiterwachsen. Erst nach zwei Jahren gehen sie in den Handel.

Gefangen werden die Miesmuscheln größtenteils im Nationalpark Wattenmeer. Dort gelten strenge Auflagen: Jedes Jahr wird mit einem Bewirtschaftungsplan festgelegt, welche Flächen befischt werden dürfen und welche nicht.

Kapitän van der Jagt hat sein Schiff inzwischen gewendet und fährt zurück Richtung Hafen, nachdem das Netz wieder vertäut ist. Unter den Gästen ist auch der bald 20-jährige Adriaan, der zurzeit im Betrieb seines Vaters zum Muschelfischer ausgebildet wird. „In meiner Klasse bin ich der einzige Miesmuschelfischer“, erzählt er.

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