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Panorama SEK schießt auf Ex-Mister Germany
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19:06 25.08.2016
Bei der Aktion, bei der rund 200 Polizeibeamte eines Sondereinsatzkommandos (SEK) und der Landesbereitschaftspolizei eingesetzt waren, ist es zu einem Schusswechsel gekommen. Quelle: dpa
Reuden

Die Polizei war am Donnerstagmorgen mit einem Großaufgebot von rund 200 Beamten in Reuden angerückt, um einen Gerichtsvollzieher bei der Zwangsräumung eines Gehöftes zu unterstützen. Ein erster Versuch war tags zuvor gescheitert, weil der 41-jährige Hausbewohner eine erhebliche Menschenmenge mobilisiert hatte. Zeitweise hielten sich am Mittwoch bis zu 120 Menschen auf dem Grundstück auf, wie eine Polizeisprecherin in Halle sagte.

Polizist gebissen

Als die Beamten am Donnerstag eintrafen, seien sie aus einer Gruppe von insgesamt 14 Personen mit Pflastersteinen und anderen Gegenständen beworfen worden. Daraufhin sei es zum Schusswechsel zwischen dem  41-Jährigen und dem SEK gekommen. 

Der 41-Jährige wurde nach Polizeiangaben schwer verletzt. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht. Sein Zustand war demnach stabil. Auch ein Beamter des SEK erlitt durch einen Schuss eine Verletzung am Hals, ein zweiter wurde durch einen Biss leicht verletzt.

Der Bewohner des Gehöfts ist nach Polizeiangaben den sogenannten Reichsbürgern zuzurechnen. "Reichsbürger" gehen davon aus, dass das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 noch existiert. Entsprechend verweigern viele dieser "Reichsbürger" Zahlungen wie Steuern oder Bußgelder an den Staat. 

Unklar, wer zuerst schoss

Nach einem Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" handelt es sich bei dem 41-Jährigen um einen ehemaligen Mister Germany von 1998, der in Reuden einen Mini-Staat gegründet habe und sich nicht an deutsche Gesetze gebunden sehe. Er sollte demnach das Haus räumen, weil er Verbindlichkeiten für das Grundstück nicht bedient hatte.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen versuchten Totschlags, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Es werde auch geprüft, "inwieweit der Waffengebrauch durch die Polizeibeamten verhältnismäßig" gewesen sei. Nach Polizeiangaben wird auch gegen weitere Beteiligte strafrechtlich ermittelt.

zys/abr/RND/dpa

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