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Panorama 8347 Kinder brauchen Schutz
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06:57 08.08.2017
Hannover

Damit sind diese sogenannten Inobhutnahmen – die Behörden sprechen auch von „vorläufigen Schutzmaßnahmen“ – der Jugendämter im Vergleich zu 2015 um 42,9 Prozent gestiegen.

Auch im Vorjahr war bereits ein dramatischer Anstieg zu beobachten. 2014 hatten die Jugendämter im Land rund 3800 Kinder außerhalb ihrer Elternhäuser untergebracht, 2015 waren es 5842.

Der Anstieg geht zu einem erheblichen Teil auf Flüchtlinge im Kinder- und Jugendlichenalter zurück, die ohne eine erwachsene Begleitung nach Deutschland kommen. 4365 Inobhutnahmen betrafen im vergangenen Jahr solche Minderjährigen; das ist mehr als die Hälfte der Fälle (52,3 Prozent). 2015 waren es noch 2534 Kinder und Jugendliche (damals 43,4 Prozent).

Auffällig ist, dass unabhängig von der Zahl der geflohenen Minderjährigen auch die allgemeinen Inobhutnahmen im vergangenen Jahr im Land um 20,4 Prozent angestiegen sind. 2015 wurden 3308 Kinder oder Jugendliche unter den Schutz des Jugendamtes gestellt, 2016 waren es bereits 3982. Die Maßnahme dient dazu, eine Gefahr von einem Kind abzuwenden – sie kann aber auch angeordnet werden, weil ein Kind oder Jugendlicher selbst darum bittet.

Die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) erklärte am Montag, es gebe generell eine höhere Aufmerksamkeit bei dem Thema Kindeswohl. „Nachbarn sagen eher Bescheid, wenn ihnen etwas auffällt. Aber auch die Jugendämter arbeiten auf diesem Gebiet mit besonderer Sorgfalt.“

Nach Angaben des Sozialministeriums werden in 20 Prozent der Fälle Kinder wegen Elternkonflikten aus der Familie genommen, je 6 Prozent wegen Gewalt in der Familie und wegen Konflikten etwa in der Schule, 4 Prozent wegen Vernachlässigung. Bei einem Prozent der Kinder besteht Suizidgefahr. 7 Prozent der Kinder oder Jugendlichen waren zuvor von zu Hause ausgerissen.

Die meisten Inobhutnahmen in Niedersachsen werden in der Stadt Hannover und ihrem Umland verzeichnet: 1514 Fälle waren es im Jahr 2016. Es handelte sich vorwiegend um Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, 404 waren jünger als 14 Jahre. 334 hatten selbst darum gebeten, dass das Jugendamt sich um sie kümmert. Eine Sprecherin der Stadt sagte, dass die Sensibilisierung für das Thema auch ein Faktor bei den gestiegenen Fallzahlen sei.

Nach Angaben der Region Hannover ist der häufigste Grund für das Eingreifen des Jugendamtes eine Überforderung von Eltern.

Von Bert Strebe

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