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Panorama Wollte 47-Jähriger das Rathaus 
in Verden in die Luft sprengen?
Mehr Welt Panorama Wollte 47-Jähriger das Rathaus 
in Verden in die Luft sprengen?
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20:34 09.04.2017
Ein Mann hat mit seinem Auto das Verdener Rathaus in Brand gesetzt. Verletzt wurde dabei niemand. Quelle: dpa
Verden

Möglicherweise aus Wut auf die Verwaltung ist ein Autofahrer am Sonntagmorgen in das Rathaus von Verden gefahren. Nach Polizeiangaben steckte er seinen BMW anschließend selbst an. Die Folgen hätten verheerend sein können: Der 47-Jährige hatte eine Gasflasche im Wagen, die aber nicht explodierte. Das Foyer des Rathauses brannte weithin sichtbar. Über der Stadt stand eine Rauchsäule. „Das Eingangsportal ist zerstört“, sagte der Verdener Polizeihauptkommissar Helge Cassens. Verletzt wurde niemand. Das Feuer war erst nach eineinhalb Stunden gelöscht.

Terrorakt ausgeschlossen

Die Polizei in der Stadt südlich von Bremen schloss bereits kurz nach dem Vorfall gegen 8 Uhr einen Terrorakt aus. Sie geht von persönlichen Differenzen zwischen dem Mann aus Verden und der Stadtverwaltung aus – der Ärger des Mannes muss ziemlich groß gewesen sein. „Die Tat sollte offensichtlich großen Schaden am Rathaus anrichten“, sagte Polizeisprecher Cassens. Der 47-Jährige sei bisher nur durch kleine Delikte aufgefallen. Seine Wohnung wurde durchsucht. Er gehöre nach bisherigen Erkenntnissen auch keiner radikalen Gruppierung wie etwa den „Reichsbürgern“ an, die bundesdeutsche Behörden nicht anerkennen.
Im Auto des 47-Jährigen fanden die Beamten nach Angaben der Polizei eine Elf-Kilo-Propangasflasche. Wegen der Hitze war laut Feuerwehr durch ein Überdruckventil schon Gas ausgetreten. „Wenn die Gasflasche explodiert wäre, wäre der Schaden auf jeden Fall größer gewesen“, sagte Polizeihauptkommissar Cassens.

Millionenschaden entstanden

Die Gasflasche gibt den Ermittlern Rätsel auf. „Der Mann hat sich sofort den eintreffenden Rettungskräften offenbart“, sagte Cassens. „Er hat ihnen auch gleich gesagt, dass sich die Gasflasche im Kofferraum seines brennenden Autos befindet.“ Der 47-Jährige habe Polizei und Feuerwehr aufgefordert, die Flasche schnell zu entfernen. Sonst werde der Schaden noch größer sein. „Uns ist nicht ganz klar, warum er Abstand von seinem Plan genommen hat.“ Durch die Attacke in der Fußgängerzone entstand ein Schaden im Millionenbereich. Der Mann ließ sich widerstandslos festnehmen.
Bürgermeister Lutz Brockmann zeigte sich entsetzt. „Gott sei Dank sind keine Menschen zu Schaden gekommen“, sagte der SPD-Politiker wenige Stunden nach der Tat. „Das verstehe ich nicht. Es ist mir unbegreiflich, was das Motiv sein kann.“

Große Teile des Rathauses wurden durch Rauch und Löschwasser beschädigt. Es bleibt heute geschlossen. Dringende Anliegen der Bürger werden im historischen Rathaus in der Großen Straße erledigt.     

von Karl Doeleke und Jette Schmitz

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