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Panorama Mann erschießt fünf Menschen auf Flughafen
Mehr Welt Panorama Mann erschießt fünf Menschen auf Flughafen
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22:54 06.01.2017
Evakuierte Fluggäste auf dem Rollfeld des Flughafens Fort Lauderdale.  Quelle: Twitter/Falk
Fort Lauderdale

Motiv und Hintergrund blieben zunächst unklar. Der Flughafen hatte zunächst getwittert, es gebe „einen Vorfall im Terminal 2“. Demnach fielen die Schüsse bei der Gepäckausgabe des nördlich von Miami gelegenen Flughafens. Der Sender ABC berichtete, eine Person sei festgenommen geworden. Das bestätigte auch der Bürgermeister der Stadt. Ein Augenzeuge sagte während einer Livesendung auf ABC News, der Schütze habe eine Uniform getragen und wiederholt geschrien, „Ich bin kein Jude“. Er hatte bei seiner Verhaftung einen Armee-Ausweis auf seinen Namen Esteban Santiago bei sich. Mittlerweile wurde die Identität des Schützen bestätigt. Der 26-Jährige Santiago war im vergangenen Jahr aus dem Militärdienst in der "National Guard" ehrenvoll entlassen worden.

Tweet des Sheriffs von Broward County, dem zuständigen Bezirk für Fort Lauderdale Quelle: Twitter/BrowardSheriff

Nach offiziellen Angaben kam Santiago mit einem Flug aus Anchorage/Alaska, war in Minneapolis umgestiegen und hatte legal eine Waffe eingecheckt. Demnach soll er zunächst sein Gepäck vom Band genommen und dann die Waffe entnommen haben. Auf einer Toilette soll er sie dann geladen haben. Augenzeugen berichteten dem Sender ABC, der Schütze sei bei der Gepäckausgabe in Terminal 2 nach rechts gelaufen, habe mit einer Pistole wahllos um sich geschossen. Dann sei ihm die Munition ausgegangen, er habe er sich mit dem Gesicht nach unten auf den Boden gelegt und auf seine Verhaftung gewartet.

Sheriff Scott Israel bestätigte in einer ersten, spontanen Pressekonferenz die Anzahl der Toten und Verletzten und die Identität des Schützen. Es sähe zwar so aus als sei Santiago ein Einzeltäter, noch sei aber die Lage unklar. Spezialeinheiten durchkämmten derzeit den gesamten Flughafen. Israel betätigte ausdrücklich nicht, dass weitere Schüsse gefallen seien. Es sei auch noch zu früh, die Attacke einzuordnen. Zuvor waren Meldungen aufgetaucht, nach denen in Terminal 1 und 4 sowie im Parkhaus weitere Schüsse gefallen seien.

Fluggäste hatten, so die Livebilder im Fernsehen, rennend das Gelände verlassen. Polizeikräfte unterstützen die Menschen dabei. Der Flughafen bleibt bis auf weiteres geschlossen.

Zuvor waren Hunderte Passagiere auf das Rollfeld evakuiert worden. Sowohl solche, die auf ihren Flug warteten und eingecheckt wurden als auch Menschen, die sich außerhalb des Sicherheitsbereichs aufhielten. Als einer der Ersten hatte der frühere Regierungssprecher von Präsident George W. Bush, Ari Fleischer, über den Kurznachrichtendienst Twitter von der Situation berichtet. Er befand sich demnach zum Zeitpunkt des Vorfalles auf dem Flughafen.

„Es sind Schüsse gefallen. Alle rennen weg“, schrieb er. „Alles ist jetzt wieder ruhig, aber die Polizei lässt niemanden aus dem Flughafen raus, zumindest nicht dort, wo ich gerade bin“, schrieb Fleischer weiter.

Von RND/dk