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Panorama "Loverboy" wegen Menschenhandel verurteilt
Mehr Welt Panorama "Loverboy" wegen Menschenhandel verurteilt
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13:12 28.08.2015
Die Angeklagten Tunaham A. (2.v.r.) und Cilem G. (2.v.l) stehen vor der Urteilsverkündung im sogenannten "Loverboy"-Prozess Landgericht in Stuttgart neben ihren Anwälten. Quelle: dpa
Stuttgart

Trotz der Jugendstrafe bekommt der "Loverboy" die Chance, nach acht Monaten Untersuchungshaft nicht mehr ins Gefängnis zurückkehren zu müssen. Er erhielt die Auflage, innerhalb von sechs Monaten einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz nachzuweisen sowie sich vom Rotlichtmilieu fernhalten. Wenn er diese Bewährung nicht meistert, muss er eine Reststrafe absitzen.

Zunächst hatte der 21-Jährige den zwei betroffenen Frauen die große Liebe vorgespielt. Als er dann Geldprobleme vortäuschte, gingen die Frauen anschaffen, um ihm zu helfen. Zwei mitangeklagte 27-jährige Prostituierte, die den jungen Mann nach Erkenntnissen der Richter unterstützt haben, erhielten am Freitag eine Strafe von zwei Jahren und vier Monaten beziehungsweise einem Jahr und zehn Monate.

Unter „Loverboys“ werden Männer verstanden, die junge Frauen oder Mädchen durch Zuwendung emotional an sich binden und sie dann ausnutzen. Nach Angaben der Beratungsstelle Kobra in Hannover kommen "Loverboys" nur selten vor den Kadi. Denn die betroffenen Frauen zeigten sie kaum an - teils aus Scham, teils aus Angst, aber auch, weil sie freiwillig bei dem Mann blieben. "Ich gehe davon aus, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist", sagt Rita Otto von Kobra. Das Äußere des Mannes spiele keine Rolle. Vielmehr gebe er den Frauen das Gefühl, einmalig zu sein, erläuterte die Diplom-Sozialpädagogin. Martin Luitjens, Paarberater und Coach aus Gerlingen bei Stuttgart, hält vor allem junge Frauen mit einem geringen Selbstwertgefühl und einem Mangel an verlässlichen Beziehungen für anfällig. "Der Loverboy hat ein Gespür dafür, welchen Knopf er drücken muss, um diese Bedürftigkeit nach Bindung zu wecken."

dpa

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