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Panorama Leuphana Universität öffnet nach langen Querelen
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07:25 27.12.2016
Das Warten auf Libeskinds neue Leuphana-Zentrale (links der Entwurf, oben die Baustelle)hat im Januar ein Ende. Die Diskussion darum wohl nicht. Fotos: dpa (Computergrafik)/George Quelle: Leuphana Universität
Lüneburg

Entfernt erinnert der Bau an ein Raumschiff, das von weit her aus der Zukunft nach Lüneburg gekommen ist. Der neue Zentralbau der Leuphana Universität Lüneburg soll im Januar in Betrieb genommen werden, mit Leben erfüllt werden. Die offizielle Eröffnung ist freilich erst am 11. März. So lang dauert es dann doch noch, bis alles tatsächlich so weit aufgeräumt und herausgeputzt ist, dass man mit Beethovens 9. Sinfonie und hochkarätigen Gästen aus Politik und Wissenschaft offiziell eröffnen kann. Aber auf die paar Tage kommt es wohl jetzt auch nicht mehr an. Denn das von Architekt Daniel Libeskind entworfene futuristische Uni-Gebäude ist eh schon etwas zu spät dran. Spitz gerechnet etwa drei Jahre zu spät. Und es ist fast doppelt so teuer geworden wie ursprünglich geplant - Niedersachsens teuerste Baustelle.

Zukunft kostet eben, könnte man sagen. Aber mit der Antwort ist längst nicht jeder zufrieden. „Wie viele Schulen hätte man davon bauen können“, sagt ein Autofahrer unvermittelt, als man sich zufällig an der Baustelle trifft. Die Baukosten, das bestätigt inzwischen sogar die Universität als Bauherrin, werden am Ende 100 Millionen Euro übersteigen. Bei der Grundsteinlegung im Mai 2011 hatte das Präsidium noch mit 57,5 Millionen Euro gerechnet. Und mit der Eröffnung zu Ostern 2014.

Wie ist es möglich, derart alle Rahmen zu sprengen? Die Belüftungstechnik hat die TU Braunschweig entwickelt, das ganze Gebäude kommt ohne einen einzigen rechten Winkel aus und strotzt nur so vor Technik. Das hat Konsequenzen, wie sich jüngst aus einer Mitteilung der Leuphana lesen ließ. „Neben einem konjunkturbedingt deutlichen Anstieg der Baupreise ist die Verteuerung auch darauf zurückzuführen, dass die Realisierung des Gebäudes aufgrund seiner Komplexität zu vorher nicht absehbaren Mehrkosten führte“, steht da. Und weiter: „Bauzeiten verlängerten sich, Bauabläufe mussten - auch witterungsbedingt - umgestellt werden, Maßnahmen zur Terminsicherung wurden erforderlich.“ Aber, immerhin: „Jetzt liegen die Arbeiten im Zeitplan.“

Die Eröffnung soll für manches entschädigen, Diskussionen beenden - und einen Akzent der Völkerverständigung setzen. Gemeinsam mit den Symphonikern des Stadttheaters planen Universität und Stadtverwaltung für die Eröffnung ein Konzert mit Sängerinnen und Sängern aus Japan, den USA, China und Deutschland, eben Beethovens Neunte.

Besonders der Lüneburger Theaterintendant Hajo Fouquet wird das Konzert aufmerksam verfolgen. Sein Haus hat Ambitionen, häufiger in der Leuphana zu Gast zu sein. Das war politischer Wille, als Lüneburg zustimmte, 7 Millionen Euro zum Bau zuzuschießen. Schließlich fehlte der Stadt ein Spielort in dieser Dimension. Es fehlt allerdings nun immer noch eine unterschriebene Nutzungsvereinbarung zwischen Uni, Stadt und Landkreis.

Bei der Leuphana, das weiß man inzwischen, braucht die Zukunft ein bisschen mehr Geduld.

Von Carolin George

Eröffnung am 11. März

Die Eröffnung des Zentralgebäudes der Leuphana Universität Lüneburg ist für den 11. März 2017 geplant. 
Um 17 Uhr gibt es ein Festkonzert. Die Lüneburger Symphoniker bringen 
dann gemeinsam mit einem
international besetzten Chor 
Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie („Freude, schöner Götterfunken ...“) auf die Bühne.
Rund 240 Sängerinnen und Sänger aus Lüneburg, Japan, China und den USA singen in dem Chor. Karten gibt es beim Theater Lüneburg für 13 Euro (ermäßigt 8 Euro).

cg

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