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Panorama Lebenslange Haft für 34-Jährigen wegen Mordes an Ehefrau
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14:11 07.07.2010

Das Landgericht Hildesheim hat einen 34-jährigen Mann wegen Mordes an seiner Frau zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die Richter entsprachen damit am Mittwoch dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf acht Jahre Haft wegen Totschlags plädiert. Der Malergeselle hatte in dem Prozess gestanden, seine Ehefrau in der gemeinsamen Wohnung in Hildesheim mit mehr als 20 Messerstichen getötet zu haben.

Vorausgegangen war der Tat eine Ehekrise. Nach Überzeugung der Richter hat der Mann sich jahrelang nur um sein Hobby Fußball sowie um eine Liebhaberin gekümmert. „Dafür interessierte er sich schon, aber nicht für seine Ehe“, sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Pohl in der Urteilsbegründung. Er sei immer bis spätabends weg gewesen, habe teilweise sogar bei seiner Geliebten übernachtet, seine Ehefrau hingegen kaum beachtet: „Er hat sie über Jahre behandelt wie ein Stück Dreck“, sagte Pohl.

Schließlich wollte die Frau nicht mehr mit ihm zusammenleben. Die beiden lebten in der Wohnung in getrennten Zimmern. Sie hatten vereinbart, dass sie sich auch nicht mehr gegenseitig berichten, was sie unternehmen. Gegen diese Abmachung verstieß der Angeklagte jedoch immer wieder. Auch am Tattag fragte er sie immer wieder, was sie vorhabe. „Um sie zu triezen“, wie Richter Pohl überzeugt ist.

Um ihn im Gegenzug auch zu ärgern und um ihre Ruhe zu haben, habe sie schließlich gesagt: „Ich gehe zu einem Anderem.“ Dabei hatte die 27-Jährige sich lediglich mit einer Freundin verabredet. Dieser dahingesagte Satz wurde der jungen Frau zum Verhängnis. Der Mann griff in die Küchenschublade und stach insgesamt 27 Mal auf die korpulente Frau ein.

Die Richter gehen anders als die Verteidigung von einem Kampf zwischen den Ehepartnern aus. Schließlich wurde die Filialleiterin eines Discounters von Zeugen als durchsetzungsstark beschrieben. „Die lässt sich von ihrem Mann, der verglichen mit ihr ein Hänfling ist, nicht einfach abschlachten“, meinte Pohl.

Eine Tat im Affekt hatte ein psychiatrischer Gutachter ausgeschlossen. Nach der Tat versuchte der Mann zunächst erfolglos, sich die Pulsader aufzuschneiden und legte sich neben die Leiche seiner Frau. Dann stand er jedoch auf, rief die Polizei und gestand die Tat.

dpa

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