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Panorama Las Vegas: Marihuana beinahe ausverkauft
Mehr Welt Panorama Las Vegas: Marihuana beinahe ausverkauft
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21:36 13.07.2017
Schicker Laden, keine Ware: Das „ReLeaf“ in Las Vegas, in dem eigentlich Marihuana verkauft wird. Quelle: ReLeaf
Las Vegas

Mit ihren Alarmrufen stehen Marihuana-Raucher und Verkäufer nicht allein. Die Steuerbehörde des Bundesstaates Nevada erklärt sogar offiziell eine Art Notstand: Wenn sich die Behörden nicht schleunigst in Bewegung setzen, drohe der öffentlichen Hand ein enormer finanzieller Schaden. Von Millionenverlusten innerhalb weniger Tage ist die Rede.

Wer hätte schon gedacht, dass im vermeintlich so toleranten Las Vegas eine Kuriosität im Gesetzestext ein derartiges Durcheinander auslöst? Offiziell ist das Tüten-Rauchen für Erwachsene seit Monatsanfang erlaubt. Da der Verband der Alkoholgeschäfte durch die neue Konkurrenz jedoch starke Einbußen befürchtet, wurde den Schnapsverkäufern durch das Regionalparlament eine Art Monopol auf den Transport von Marihuana zugestanden. Da sie sich mit brisanten Produkten auskennen, seien sie wohl bestens qualifiziert, um das Gras von den Farmern zu den Geschäften zu bringen, so die Einschätzung der örtlichen Verwaltung.

Doch die gut gemeinte Sonderregelung scheint die Behörden zu überfordern: Obwohl 50 „Liquor Store“-Betreiber die entsprechende Transportlizenz beantragten, wurde bisher noch nicht eine einzige Genehmigung erteilt. Für den Marihuana-Verkäufer Fasano ein Drama: „Angesichts des enormen Andrangs habe ich mehrere Leute zusätzlich eingestellt, und vor den Türen gibt es eine endlose Schlange. Ich muss die Angestellten bezahlen, auch wenn sie Däumchen drehen. Das geht nicht lange gut.“

Gouverneur Brian Sandoval, eigentlich ein erklärter Gegner des freien Drogenverkaufs, will sich nicht vorwerfen lassen, leichtfertig mit Steuergeldern umzugehen. Noch in der Nacht zu Freitag sollte es in Las Vegas eine Krisensitzung der Behördenvertreter geben. Der Politiker warnt vor einem anhaltenden Engpass: „15 Prozent Steuern verlangen wir von den Anbauern, zusätzlich zehn Prozent von den Verkäufern. Da dürfen wir uns keine Bummelei in der Verwaltung leisten.“

Von Stefan Koch/RND

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