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Panorama Der Duft der Landfrauen
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07:39 01.07.2013
Von Heike Manssen
Wie riecht eine Landfrau? Quelle: dpa
Hannover

Abendelang haben sich Mitglieder des Kreisverbands der Landfrauenvereine Holzminden getroffen, um zusammen mit einem Parfümeur ihren eigenen Duft zu kreieren. „Er sollte nicht zu aufdringlich sein, eher wie ein Spaziergang durch einen Sommergarten“, sagt Landfrau Inge Blume. Stallgeruch übertünchen? - über solche müden Assoziationen geht Frau Blume elegant hinweg. Das Parfüm solle, so die 55-Jährige, Jung und Alt ansprechen, nicht zu flüchtig sein und natürlich auch so, „dass uns die Männer gut riechen können.“

Im Duft-Mekka Holzminden, hier werden Duftstoffe für den Weltmarkt produziert, spielen gute Gerüche schon lange eine große Rolle. Die ganz eigene Duftmarke setzen - das ist den Landfrauen gelungen. Ihr Parfüm heißt „LaDu“ (ergibt sich aus dem Wort Landfrauenduft), 50 ml kosten 26 Euro zuzüglich Versandkosten, bestellbar nur über die Internetadresse (www.kreislandfrauen-holzminden.de). 400 Flakons sind in den vergangenen Monaten bereits aus Inge Blumes Keller an die Kunden verschickt worden. Nach Bedarf wird frisch nachproduziert. Dafür sorgt der freischaffende Parfümeur Karl-Heinz Bork, ein Dorfnachbar von Frau Blume. Der 65-Jährige hat den Duft nach den Wünschen der Landfrauen entwickelt. Bork musste herausfinden, wie sie gerne riechen würden. Er stellte ihnen verschiedene Duftfamilien vor und handelte dann nach dem Ausschluss-prinzip: Durchgefallen sind schwere, süßholzartige, eher orientalische Düfte. Lavendel, das roch den Frauen zu sehr nach Provence als nach niedersächsischer Landluft. Schwer, elegant - auch das konnte nicht überzeugen. Die Landfrauen wollen es frisch, natürlich, blumig. „Das hat auch eine hohe Akzeptanz bei Männern“, weiß Bork. In seinem Duftseminar, danach an weiteren Abenden, hat er mit seinen Kundinnen gesprochen und gerochen. In seiner Duftküche, wie er sie selber nennt, hat er dann all die Ideen zusammengebracht. „LaDu“ hat nun zitronige, florale Bestandteile. Frische Noten allein verfliegen schnell, blumige halten etwas länger. Damit sich der Duft nicht zu rasch verflüchtigt, hat Bork einen Fond dazu kreiert, der aus Zedern, einer Prise Moschus und Ambra besteht. Ambra sei, so der Duftexperte, „sehr komplex, trocken, holzig und hat auch etwas animalisch erogenes im Hintergrund.“

Der Duft der Frauen, abgefüllt in schlank zulaufende Flakons, weht nun übers Land. Natürlich nicht übers ganze - „nicht jeder ist der Typ für ein blumiges Parfüm“, weiß Inge Blume. Egal, wer nach was riecht - Karl-Heinz Bork rät jedem, das Parfüm ab und an zu wechseln. Sonst könne man seinen Duft selbst nicht mehr an sich riechen. Folglich sprühe man sich einfach zu heftig ein. Das riecht nach übertriebener Duftmarke.

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