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Panorama LKA nimmt somalischen Piraten fest
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00:15 06.09.2014
Von Karl Doeleke
 Das LKA nahm den mutmaßliche Pirat fest, nachdem sie ihn anhand seiner Figerabdrücke identifizieren konnte. Quelle: Symbolbild
Hannover

Das Landeskriminalamt hat in Eisleben in Sachsen Anhalt einen mutmaßlichen somalischen Piraten festgenommen. Der Asylbewerber, der sein Alter laut LKA mit 20 Jahren angegeben hat, wird verdächtigt, an der Entführung des Handelsschiffs „Susan K“ einer Reederei aus Leer beteiligt gewesen zu sein. Das Schiff war im April 2011 vor der Küste des Oman von einem guten Dutzend Piraten gekapert worden. Nach 70 Tagen in Geiselhaft wurde die zehnköpfige philippinisch-ukrainische Besatzung wieder freigelassen. Zuvor waren nach unbestätigten Informationen zwischen 3,5 und 5,7 Millionen Euro Lösegeld geflossen.

Der Somalier war aufgrund seiner Fingerabdrücke aufgefallen. Die hatte er bei der Einreise nach Deutschland abgeben müssen. Ein Vergleich mit der Datenbank des Bundeskriminalamts ergab einen Treffer. Dort waren die Fingerabdrücke hinterlegt, weil das Landeskriminalamt nach der Befreiung der Besatzung Spuren auf der „Susan K“ gesichert hatte. Am 18. August wurde der Somalier daraufhin in einer Flüchtlingsunterkunft in Eisleben festgenommen, wie das Landeskriminalamt gestern mitteilte. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Osnabrück wurde der 20-Jährige in Untersuchungshaft genommen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Somalier erpresserischen Menschenraub sowie Angriff auf den Seeverkehr vor.

Der Fall erinnert stark an ein Verfahren, das im vergangenen Jahr vor dem Landgericht Osnabrück mit der Verurteilung eines weiteren somalischen Seepiraten endete. Der Mann, der laut Gericht an der Entführung der „Marida Marguerite“ einer Reederei in Haren an der Ems beteiligt war, wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Er war in einer Flüchtlingsunterkunft in Gießen festgenommen worden, nachdem er ebenfalls als Asylbewerber nach Deutschland gekommen war und seine Fingerabdrücke abgeben musste. Auch nach der Befreiung des Harener Schiffs waren Ermittler des LKA an die afrikanische Ostküste gereist, um Spuren zu nehmen.

Möglicherweise besteht sogar ein Zusammenhang zwischen beiden Entführungen. Davon geht zumindest der Osnabrücker Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer aus. Weil das so sein könnte hat die Osnabrücker Anklagebehörde den fall von der Staatsanwaltschaft Aurich übernommen, die normalerweise für die Ermittlungen im Fall „Susan K“ zuständig wäre. Die Osnabrücker ermitteln auch in einem Dritten Fall gegen somalische Piraten. Die „Ems River“ einer Papenburger Reederei war im Oktober 2010 entführt worden. „Ob ein Zusammenhang zwischen den Fällen besteht, werden die Ermittlungen zeigen“, sagte Oberstaatsanwalt Retemeyer.

LKA-Präsident Uwe Kolmey lobte am Mittwoch die Arbeit seiner Ermittler. Die „sehr gute, akribische Spurensuche“ in 6000 Kilometern Entfernung habe zu einem weiteren wichtigen Schritt in der Bekämpfung der internationalen Seepiraterie geführt.

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