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Panorama Königin Beatrix wieder auf Deutschland-Besuch
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21:29 12.04.2011
Von Reinhard Urschel
Bettina und Christian Wulff im Kreis ihrer royalen Gäste: Königin Beatrix (Mitte) hat Kronprinz Willem-Alexander (links) und seine Gemahlin Máxima (rechts) mitgebracht. Quelle: dpa

Sie strahlt eine solche Würde aus unter ihrem wagenradgroßen Hut, dass man sich beinahe schämen muss, weil man dieses Bild von früher nicht aus dem Kopf bekommt. Im Jahr 1982 war Beatrix, die Königin der Niederlande, schon einmal an gleicher Stelle zu einem Staatsbesuch vorgefahren, vor dem Schloss Bellevue in Berlin, aber in die Erinnerung eingebrannt hat sich nicht der Auftritt der jungen Monarchin, sondern die Parodie des Komödianten Hape Kerkeling mit seinem Pillenschachtelhütchen. Die Majestät im blauen Mantelkleid an der Seite von Bundespräsident Christian Wulff kann am wenigsten für dieses Déjà-vu-Erlebnis.

Es scheint nicht die Sonne wie damals, der Frühling hat die deutsche Hauptstadt verlassen für ein paar Tage, und die Tulpen, mutmaßlich ebenfalls holländischer Herkunft neigen bei den Frühjahrswind- böen bedenklich die Blütenköpfe. Die Königin muss ihren Hut festhalten während der Begrüßung. Ihre Schwiegertochter Máxima hat ebenfalls schwer zu tun mit ihrer Kopfbedeckung. Da hatte Bettina Wulff offensichtlich das glücklichere Händchen mit ihrer transparenten floralen Schleife, von einem Haarreif gehalten und deshalb sturmfest. Man parliert. Kronprinz Willem-Alexander macht ihr offensichtlich Komplimente. Der Bundespräsident dagegen wirkt leicht angespannt im Small Talk mit den Hüten zur Linken und zur Rechten. Immerhin gestaltet sich die Sache einfach, man spricht deutsch.

Die Holländer unter den wartenden Gästen stellen derweil Mutmaßungen an, wann die 73-jährige Monarchin die Amtsgeschäfte wohl an ihren Ältesten weitergeben wird. Ein wenig despektierlich das Ganze. Man einigt sich darauf, dass es in überschaubarer Zeit geschehen könnte. Der Deutschlandbesuch sei womöglich ein Hinweis darauf, dass Beatrix so etwas wie eine Abschiedstournee beginne. Es gebe da so eine Regel bei Hofe, dass die Königin während ihrer Amtszeit jedes Land nur einmal besuche. Für Deutschland mache Beatrix nun eine Ausnahme, was einerseits als ein Zeichen der Verbundenheit mit dem Land zu sehen sei – ihr Vater Bernhard und ihr Mann Claus waren Deutsche – aber auch als ein Ausdruck der schwindenden Ressentiments ihrer Landsleute gegen die einst so verhassten Deutschen. Zwei Arbeitsbesuche hatte es zwischendurch gegeben und wohl ein gutes Dutzend Besuche privater Art bei der deutschen Verwandtschaft von Oranien-Nassau.

Vor dem Staatsbesuch hatte es, ohne dass die Gäste aus den Niederlanden dabei eine Schuld träfe, einen diplomatischen Fauxpas gegeben, der vielleicht nicht einmal einer war. Vor Staatsbesuchen werden Listen möglicher Gäste erstellt, von denen allerdings längst nicht alle tatsächlich zum Bankett geladen werden. Auf einer solchen Liste soll der gebürtige Holländer Johannes („Jopi“) Heesters gestanden haben. In seinem Umfeld ist das so interpretiert worden, als hätten seine Landsleute damit endlich ihren Frieden gemacht mit dem 107-jährigen Vortragskünstler. Sehr, sehr lange haben die Holländer ihm nachgetragen, dass er einst vor Nazigrößen Lieder gesungen hat. Dass Heesters dann doch nicht eingeladen wurde, hat man in seinem Umfeld als Brüskierung verstanden und erklärt, das werde dem alten Mann das Herz brechen, was niemand wünscht.

Das wiedervereinte Deutschland wolle sich die Königin in erster Linie anschauen und natürlich für den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen werben, hieß es vor dem Besuch. „Besonders interessant wird für Königin Beatrix der Besuch Dresdens sein, weil sie dort die wiederaufgebaute Frauenkirche besuchen wird, die sie 1991, als sie zu einem offiziellen Arbeitsbesuch mit ihrem Mann Prinz Claus dort war, nur als Ruine sah“, erläutert ihr Sprecher Henk Brons die persönlichen Interessen näher.

Zuvor in Berlin noch das notwendige Pflichtprogramm, also das Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, gemeinsames Mittagessen. Die Königin wirkt munterer bei der Begegnung als die Kanzlerin, die dem Vernehmen nach zeitweilig den Eindruck erweckt, als sei sie mit den Gedanken bei ihrer Koalition. Das dämpft ein wenig. Beim Staatsbankett am Abend ist wieder der Bundespräsident der Gastgeber. Sein spröder Charme und die Würde der Königin tauen förmlich auf im charmanten Geplänkel der jungen Leute: Máxima, Bettina und Willem-Alexander demonstrieren den heiter-spielerischen Umgang der europäischen Jugend miteinander. An diesem Mittwoch folgt der unvermeidliche Gang durchs Brandenburger Tor.

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