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Panorama Klinik will Schädel wieder zurückgeben
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00:16 23.04.2017
„Kolonialvergangenheit Hamburgs“: Die Sammlung wurde zwischen 1905 und 1934 zusammengetragen und kam wohl 1942 ans UKE.  Quelle: Markus Scholz
Hamburg

Die menschlichen Überreste hätten zur Neuropathologischen Sammlung Friedrichsberg gehört und seien nach deren Auflösung vermutlich im Jahr 1942 ins UKE gekommen, teilte eine Kliniksprecherin am Donnerstag mit. Ihre Herkunft habe mithilfe eines wiederentdeckten Inventarbuches geklärt werden können.

Demnach stammten acht Schädel aus Afrika, zwei davon von ägyptischen Mumien, zwei aus Australien, zwei von neuseeländischen Maori, einer aus dem chinesischen Tsingtau und 13 aus Europa. Wissenschaftler hätten weitere 22 Schädel Süd- und Mittelamerika zuordnen können, 17 davon seien als „Inka-Mumien“ gekennzeichnet gewesen. Auch Schädel aus dem Gebiet der ehemaligen deutschen Kolonien in Papua Neuguinea seien dabei.

„Würdigen Gedenkort finden“

„Die sterblichen Überreste sind weder in einer wissenschaftlichen Sammlung noch in einem Museum korrekt aufgehoben“, erklärte der Dekan der medizinischen Fakultät, Prof. Uwe Koch-Gromus. Oberste Priorität habe die Rückführung in die Herkunftsländer. In diesem Zusammenhang setzt sich Koch-Gromus für eine weitergehende Beschäftigung mit der Historie der Hansestadt ein: „Unser Wunsch ist, gemeinsam mit Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft einen würdigen Ort für das Gedenken an die deutsche Kolonialvergangenheit Hamburgs zu finden.“ Koch-Gromus hatte im vergangenen Jahr eine Untersuchung zu sogenannten Human Remains aus kolonialem Kontext in Auftrag gegeben.

Die Neuropathologische Sammlung Friedrichsberg hatte nach Angaben des UKE der Psychiater und Direktor der Staatskrankenanstalt Friedrichsberg, Wilhelm Weygandt, zwischen 1905 und 1934 zusammengetragen. Sie umfasste 1185 Objekte, unter anderem mit Schädeln und Tierpräparaten.

Händler verkauften Schädel

Laut Inventarbuch kaufte Weygandt sechs aus Afrika stammende Schädel zwischen 1917 und 1924 von privaten Händlern. Den Schädel, den die Wissenschaftler dem Volk der Herero zuordnen konnten, erwarb die Staatskrankenanstalt am 1. August 1924 von Johannes Flemming, der vor dem Ersten Weltkrieg für die Organisation von „Völkerschauen“ bekannt war.

von Bernhard Sprengel

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