Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Suche nach Kinderpornos belastet Ermittler der Polizei
Mehr Welt Panorama Suche nach Kinderpornos belastet Ermittler der Polizei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 24.03.2017
Von Michael B. Berger
Quelle: Symbolbild
Hannover

Umgesetzt wurde die Studie von der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen. „Vor allem die steigende Datenmenge und was auf den Bildern zu sehen ist, machen den Kollegen zu schaffen“, sagt Polizeioberrat Malte Neubert, der die Studie begleitet hat. Häufig müssten die Beamten mehr als 3000 Bilder pro Stunde sichten. Viele erklärten, sie wüssten nicht, wie sie diese Datenmenge auf Dauer bewältigen könnten.

Zwischen Februar 2015 und Februar 2016 sind 286 Beamte angefragt worden, die mit Ermittlungen im Bereich von Kinderpornografie betreut waren oder noch sind. Die Rücklaufquote sei sehr hoch gewesen, berichtet Neubert. 193 Beamte hätten geantwortet. Die Ergebnisse der Studie seien als repräsentativ zu betrachten.

Gefragt wurden die Beamten etwa, welche konkreten psychischen oder physischen Auswirkungen die Beschäftigung mit kinderpornografischen Bildern oder Videos auf sie habe. 40 Prozent der Sachbearbeiter hätten angegeben, keine Auswirkungen an sich wahrgenommen zu haben. 41 Prozent hätten auf psychische Folgen verwiesen, 40 Prozent notierten physische Auswirkungen. „Das geht von Schlafproblemen bis hin zu einem veränderten Verhalten gegenüber den eigenen Kindern“, erläutert der Experte vom Innenministerium: „Manche haben gesagt, dass sie ihr eigenes Kind nicht mehr wickeln konnten.“

Sollen Privatfirmen helfen?

Für Experten sind solche Reaktionen nicht verwunderlich, weil die ermittelnden Beamten bei den untersuchten Videos auch auf sehr harte, abstoßende Taten und Szenen stoßen. „Es ist widerwärtig, was man da zu sehen und zu hören bekommt - auch an sadistischen Szenen“, sagt Polizeioberrat Neubert. In Extremfällen habe man sehen können, wie Kinder an den Folgen der Misshandlung starben.

Gab es in Niedersachsen 2004 etwa 1000 ermittelte Fälle von Kinderpornografie, so habe es zehn Jahre später 1500 Fälle von Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie gegeben. In der Befragung hätten die allermeisten Ermittler auch deutlich gemacht, dass nach ihrer Meinung die verhängten Strafen in keinem Verhältnis zur Schwere der Taten stünden. Bei einem Ersttäter gibt es in der Regel nur eine Geldstrafe.

Angesichts der großen Belastung zu Spitzenzeiten überlegt das Justizministerium, ob speziell geschulte Fremdfirmen bei der Sichtung des Materials Unterstützung leisten könnten. Die Gewerkschaft der Polizei wies darauf hin, dass Fremdfirmen nur bei der reinen Datenauswertung helfen sollten: „Die Ermittlungsarbeit muss selbstverständlich bei den polizeilichen Fachleuten bleiben.“

Ein Passagierflugzeug ist bei der Landung im Südsudan komplett in Flammen aufgegangen. Kaum zu glauben, dass bei dem Feuerinferno niemand ums Leben kam.

20.03.2017

In einer Wohnung in Berlin-Neukölln hat ein 63-Jähriger eine Frau in seine Gewalt gebracht. Einsatzkräfte versuchen, Kontakt mit dem Mann aufzunehmen.

20.03.2017

Der Tod eines Mannes und seines Sohnes in Hamburg gibt den Ermittlern weiter Rätsel auf. Die Leichen des Mannes und seines offenbar neunjährigen Sohnes wurden am Montagabend in einer Wohnung entdeckt. Mit weiteren Angaben hielt sich die Polizei bisher zurück.

21.03.2017