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Panorama Kachelmann: "Der Albtraum ist noch nicht zu Ende"
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19:25 30.07.2010
Kam am Donnerstag aus dem Gefängnis frei: Wetterexperte Jörg Kachelmann. Quelle: dpa

Beim Wetterdienst Meteomedia hält man derzeit Ausschau nach neuen Mitarbeitern. Gesucht wird zum Beispiel ein Meteorologe, idealerweise „mit Moderationserfahrung“, so steht es auf der Unternehmenshomepage. Jörg Kachelmann fällt einem da ein, aber der arbeitet dort schon. Es ist seine Firma. Damit das auch so bleibt, wird Kachelmann in den nächsten Wochen wohl so einige Personalien in seinem Wetterunternehmen zu klären haben. Er kämpft nicht nur um seine Ehre, sondern auch um sein Lebenswerk.


Im Laufe der vergangenen 132 Tage, die der wegen Vergewaltigung angeklagte Kachelmann in Untersuchungshaft verbracht hat, ist bei Meteomedia intern ein heftiger Machtkampf entbrannt. Wie der „stern“ berichtet, hat Kachelmanns Mitgesellschafter Frank B. Werner versucht, in Abwesenheit seines Partners die Geschäfte des gemeinsamen Unternehmens vom Namen Jörg Kachelmann zu lösen. Kachelmann hält 49 Prozent an Meteomedia, Werner 38 Prozent. Der Journalist und Unternehmer soll einen Imageschaden befürchtet haben, wenn der im schweizerischen Gais und in Bochum ansässige Wetterdienst weiter wie bisher mit dem Namen seines Gründers wirbt.

Laut „stern“ hatte Werner durchgesetzt, dass Kachelmann nicht mehr selbstständig Unternehmensverträge abschließen kann. Daraufhin habe Kachelmann aus dem Gefängnis heraus Werner als Verwaltungsrat der gemeinsamen Firma entmachtet und auch seine Geschäftsführerin Kristina Schless gefeuert, nachdem sie verkündet hatte, die Quoten vom „Wetter im Ersten“ seien auch ohne Kachelmann als Moderator gut. Schless soll sich mittlerweile in ihren Job zurückgeklagt haben. Unter dem Dach der weltweit verzweigten „Jörg Kachelmann Produktions AG“ arbeiten rund 100 Mitarbeiter, die Unruhe ist groß.

Und bei Kachelmann selbst? „Der Albtraum ist für mich noch nicht zu Ende“, sagte er am Tag nach seiner Haftentlassung in Interviews bei ARD und ZDF. Sich dem Prozess zu entziehen, komme nicht infrage: „Aufgrund meines Wissens, dass ich unschuldig bin, habe ich keinen Grund, mich von irgendetwas fernzuhalten oder wegzulaufen.“ Unschuldig im Gefängnis zu sitzen sei das bisher Furchtbarste in seinem Leben gewesen. Die herzliche Verabschiedung von seinem „Stockwerksbeamten“ in der U-Haft erklärte Kachelmann damit, dass dieser „mehr als ein Kumpel“ für ihn geworden sei. Unter den Gefangenen habe „wechselseitiger Respekt“ geherrscht, „das war sehr wichtig“. Am Donnerstagabend feierte Kachelmann seine Freilassung mit Freunden in einem italienischen Restaurant in Köln.

Das Landgericht Mannheim teilte gestern mit, es sehe trotz der Aufhebung der Untersuchungshaft das Verfahren wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung weiterhin als eilbedürftig an. Am 6. September wird Kachelmann daher wie geplant auf der Anklagebank sitzen.

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