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Panorama Ist der Stress für Lehrer doch nicht so hoch?
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21:37 23.10.2017
Wie hoch ist die Arbeitsbelastung für Lehrer? Eine Kommission kommt zu einem differenziertem Urteil. Quelle: dpa/Symbolbild
Hannover

40 Stunden Arbeitszeit pro Woche sieht das Beamtengesetz vor. Eine Studie der Lehrergewerkschaft GEW hat vor einem Jahr ermittelt, dass beispielsweise Gymnasiallehrer im Schnitt drei unbezahlte Überstunden pro Woche leisten. Teilzeitkräfte kommen sogar auf vier Überstunden. An Grundschulen kommen voll arbeitende Lehrer auf eine Stunde und 20 Minuten pro Woche zu viel.

Die Arbeitszeitkommission kam auf ein anderes Ergebnis: „Manche Gruppierungen innerhalb der Lehrerschaft liegen mit ihrer Arbeitszeit drüber, andere liegen drunter“, sagt Höptner mit Blick auf die 40-Stunden-Marke. Vor allem Teilzeitkräfte und Lehrer mit Leitungsfunktion würden mehr arbeiten, als ihr Vertrag vorsieht.

Der Bericht, der am Donnerstag final beraten und dann am Freitag der noch amtierenden Kultusministerin Frauke Heiligenstadt übergeben werden soll, wird daher aller Voraussicht nach keinen Totalumbau der Lehrerarbeitszeitverordnung fordern. „Bei Reformen im System muss man nur einzelne Gruppierungen beachten, die sind überschaubar“, meint Höptner.

An einer Stelle aber mahnt der ehemalige Rechnungshofchef eine Neuausrichtung an: „Seit Kaisers Zeiten wird die Lehrerarbeitszeit per Unterrichtsdeputaten zugewiesen.“ Bei Gymnasiallehrern sind das 23,5 Unterrichtsstunden pro Woche. Welcher Aufwand mit Vor- und Nachbereitung des Unterrichts sowie Korrekturen dazu kommt, wurde bislang lediglich als Schätzwert mitgedacht.

Zumal Höptners Kommission nun herausgefunden hat, dass die Lehrer auch mit den unterrichtsbezogenen Tätigkeiten nur zwei Drittel ihrer Arbeitszeit verbringen. Ein weiteres Drittel ihrer Zeit brauchen sie für Organisation oder Koordination. Höptners Empfehlung: Man solle die Arbeitszeiterfassung umstellen von der antiquierten Unterrichtsverpflichtung auf tatsächlich geleistete Arbeitszeit.

Der Streit um die Arbeitszeit der Lehrer hatte sich in den vergangenen Jahren zugespitzt. Im Juni 2015 hatte das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg eine vom Land angeordnete Arbeitszeiterhöhung für Gymnasiallehrer gekippt. Weil aus Sicht der GEW und des Philologenverbands die systematische Arbeitszeitverletzung auch danach weitergegangen ist, unterstützen beide Verbände Klagen einzelner Pädagogen gegen das Land.

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