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Panorama Israels Botschafter besucht beschimpften Gastwirt
Mehr Welt Panorama Israels Botschafter besucht beschimpften Gastwirt
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16:13 21.12.2017
Am Donnerstag besuchte der israelische Botschafter in Berlin, Jeremy Issacharoff (rechts), das Restaurant von Yorai Feinberg. Quelle: dpa
Berlin

Die durch ein aufsehenerregendes Video dokumentierten antisemitischen Beschimpfungen eines 60-Jährigen in Berlin sind nach Angaben des betroffenen Restaurantchefs „nur die Spitze des Eisbergs“. Sein Lokal bekomme monatlich im Durchschnitt zwei Hassmails, sagte Yorai Feinberg am Donnerstag in Berlin. Das Video mit den Beschimpfungen sorgt in den sozialen Netzwerken für Empörung. Zu sehen und zu hören ist, wie ein 60-jähriger Deutscher gegen Juden hetzt und sich am Ende sogar einen neuen Holocaust wünscht. Der Vorfall wurde von der Freundin des Wirtes gefilmt.

Am Donnerstagmittag besuchte der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff das Lokal in Schöneberg. „Es ist wichtig, dass man angesichts solcher Vorfälle sofort handelt und null Toleranz zeigt“, sagte Issacharoff. „Eine sofortige Reaktion gegen jede Form von Antisemitismus kann die einzige Antwort sein.“ Der Botschafter lobte Feinberg für seine im Video dokumentierten Reaktionen. Er habe großen Mut an den Tag gelegt, sich gegen diese Anfeindung zu wehren.

„Antisemitismus wird offen und unverblümt artikuliert“

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, zeigte sich erschüttert. „Diese abscheuliche Attacke macht erneut deutlich, dass Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und mittlerweile offen und unverblümt artikuliert wird“, sagte Schuster am Donnerstag der „Jüdischen Allgemeinen“ (online). „In der jüdischen Gemeinschaft besteht die Sorge, dass Antisemitismus zu einer echten Bedrohung für jüdisches Leben in Deutschland werden könnte.“

Am Dienstagnachmittag hatte ein 60-jähriger Mann den israelischen Gastronomen Yorai Feinberg minutenlang antisemitisch beschimpft. Feinberg stand vor seinem Restaurant in der Fuggerstraße in Berlin-Schöneberg. Die judenfeindlichen Beschimpfungen gipfelten in Bemerkungen wie „Du kriegst deine Rechnung in zehn Jahren, da lebst du nicht mehr“ und „Niemand schützt euch“ sowie der Drohung „Ihr werdet alle in den Gaskammern landen“.

Staatsschutz ermittelt wegen Volksverhetzung

Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt unter anderem wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Er war nach der Verbalattacke vorübergehend festgenommen worden, ist aber wieder auf freiem Fuß. Der Mann ist den Behörden schon länger bekannt, weil er mehrfach Unbekannte beleidigt habe. Einen politischen Hintergrund hätten diese Beleidigungen bisher jedoch nicht gehabt, sagte eine Polizeisprecherin.

Facebook entschuldigt sich

Das Video ist inzwischen wieder auf den sozialen Netzwerken zu finden. Es war am Mittwochabend zunächst von Facebook gelöscht worden. Eine Facebook-Sprecherin entschuldigte sich dafür. Sie sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Unsere Reporting-Systeme sind dafür entwickelt, Menschen vor Missbrauch, Hassrede und Mobbing zu schützen und wir bedauern, dass gelegentlich Fehler gemacht werden, wenn solche Reports bearbeitet werden. Wir wissen, dass es frustrierend sein kann, wenn solch ein Fehler passiert und entschuldigen uns hiermit dafür.“

Von dpa/epd/Jan Sternberg/RND

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