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Panorama "Ich wollte nicht wie ein Idiot aussehen"
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06:32 20.08.2015
Kaum wiederzuerkennen: Ab heute ist Jake Gyllenhaal in "Southpaw" zu sehen. Für die Rolle als Boxer trainierte er sich 15 Kilo an. Quelle: dpa

Mister Gyllenhaal, wie wird man so schnell zum Preisboxer?
Mit eisernem Training. Zwei Mal pro Tag. Fünf Monate lang. Ich wollte im Ring nicht wie ein Idiot aussehen.

Es wäre nicht das erste Mal, dass in einem Boxfilm mit Nahaufnahmen und Doubles getrickst wird.
Nicht in "Southpaw". Wir wollten es anders machen. Was wir gefilmt haben, war echt. Das Publikum sieht einen Boxkampf so wie im Fernsehen. Ich hatte kein Double.

Was haben Sie von Trainern und Sparringspartnern gelernt?
Dass Boxer einfühlsam sind. Fast alle Profis sind es. Floyd Mayweather ist darum ein so großer Fighter, weil er sich seine Gegner genau ausrechnet und sie mit psychologischen Spielchen verunsichern kann. Ja, Boxer sind brutal, sind animalistisch, ja, sie hauen sich die Gesichter zu Brei. Aber was wichtig ist, ist ihr Einfühlungsvermögen.

Haben Sie für Ihre Rolle Boxkämpfe studiert?
Und wie. In Stunden und Stunden von Aufzeichnungen. Und ich bin zu allen großen Kämpfen gegangen.

Waren Sie schon vorher ein Ring-Fan?
Ich bin in den 90er Jahren groß geworden. Mike Tyson hat meine Kindheit mit geformt. Seine Persönlichkeit und so wie er gelebt hat. Mit all dieser Verrücktheit um ihn herum.

Sie sehen in einigen Ihrer Kämpfe massiv geschunden aus.
Dank Schminktechnik (Er lächelt). Ich habe einen Kampf im Fernsehen gesehen, wo der Boxer in der ersten Runde niedergeschlagen wurde und dann später den Kampf gewann. Sein Auge war zu einem roten Tennis-Ball angeschwollen. Ich habe mit dem Handy Fotos vom Bildschirm gemacht und den Makeup-Leuten gesagt: "So muss auch mein Auge aussehen".

Zur Person

Jake Gyllenhaal, 34 Jahre alt, US-amerikanischer Schauspieler, spielte unter anderem in: Donnie Darko, Jarhead, Brokeback Mountain, End of Watch, Nightcrawler.

Was motiviert Sie, diese Strapazen für eine Rolle auf sich zu nehmen?
Dass ich die Realität der Leute, die ich spiele, erfasse. Ich will wissen, wie man sich schinden muss, um einen Beruf auszuüben. Wie eben Boxer.

Können Sie auch im wahren Leben zuschlagen oder sind Sie eher ein friedfertiger Mensch?
Beides. In den letzten zwei Jahren habe ich mich erforscht. Ich habe zweifellos Gewalttätigkeit in mir. Ich habe Ärger verspürt und wusste nicht den Grund. Aber auf der anderen Seite bin ich auch sehr ruhig. Und ich habe die Fähigkeit zu lieben.

Verraten Sie uns, wen?
Kinder.

Aber Sie haben keine.
Spielt keine Rolle. Das habe ich vor allem von meinem Vater. Er hatte eine sehr liebevolle Natur. Er hat mir das Prinzip vererbt, dass Kinder irgendwie wichtiger sind als Erwachsene.

Autor Dierk Sindermann (l.) im Interview mit Jake Gyllenhaal Quelle: Sindermann

Haben Sie bei Ihrem Arbeitspensum Zeit, nach der Frau zu suchen, die die Mutter Ihrer Kinder sein wird?
(lacht) Nein, habe ich nicht. Sie muss sich wohl noch etwas gedulden. In der Zwischenzeit genieße ich das starke Band, das ich mit meinen beiden Nichten habe. Ich würde alles für sie tun. Ich würde mein Leben für sie opfern.

Interview: Dierk Sindermann

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