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Panorama "Pyros sind gefährlich, aber kaum zu verhindern"
Mehr Welt Panorama "Pyros sind gefährlich, aber kaum zu verhindern"
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00:17 19.08.2017
Quelle: Holger Hollemann/dpa (Archiv)

Pyro-Technik in Stadien erlauben, in abgegrenzten Zonen – was wollen Sie mit dem Vorschlag erreichen?

Pyros sind extrem gefährlich, aber leider kaum zu verhindern, weil sie immer wieder ins Stadion geschmuggelt werden. Deshalb will ich eine Debatte anstoßen, über eine Regelung zumindest intensiv nachzudenken, die keine Unbeteiligten in Gefahr bringt. Wie das technisch umzusetzen ist, müssten wir zusammen mit den Vereinen, der Polizei und auch Fan-Vertretern natürlich erst noch klären. So müssten beispielsweise die Namen derjenigen bekannt sein, die Pyros überhaupt zünden dürften. Es müsste registriert werden, was sie mit ins Stadion nehmen. Und natürlich müsste beim Zünden der Brennstoffe für die Sicherheit aller Umstehenden gesorgt sein. Das zeigt schon: Es gibt noch viel Arbeit, aber ich halte es trotzdem für sehr sinnvoll, den Dialog anzustoßen.

Den Vorschlag gab es schon einmal …

Ja, und erst hat es sehr gut funktioniert, weil sich alle an die vereinbarten Bedingungen gehalten haben. Dann sind aber wohl einige Chaoten ausgeschert und haben außerhalb der vereinbarten Zonen Pyrotechnik abgebrannt. Und damit war die Vereinbarung nichtig. Und genauso würde es auch diesmal laufen, sollte es zu einer Einigung kommen: Wenn sich nicht alle dran halten, wird es sofort wieder einkassiert.

Was macht Sie so optimistisch, dass es diesmal besser läuft?

Ich bin weder optimistisch und noch pessimistisch. Fakt ist: Die Fan-Szene hat sich in den vergangenen Jahren weiter entwickelt, der Gegensatz zwischen den Gruppen ist stärker geworden. Darum ist es mir sehr wichtig, die Diskussion wieder etwas zu beruhigen.

Meinen Sie damit die jüngsten Entwicklungen bei Hannover 96, wo Präsident Kind Polizeischutz bekommt?

Wenn ich diesen Vorschlag mache, habe ich dabei nicht die Situation bei einem einzelnen Verein vor Augen, das ist auch keine Reaktion auf die Ausschreitungen beim Pokalspiel in Rostock. Ich habe schon lange vorher überlegt, was man wie machen kann. Aber wir beobachten natürlich in diesen Vereinen eben auch Auswirkungen einer Entwicklung, die sich allgemein in der Fanszene feststellen lässt. Was wir brauchen ist ein verlässlicher und ernsthafter Dialog, der auch Rückschläge aushält. Ich führe in diesen Wochen bereits erste Gespräche hinter verschlossenen Türen. Bislang gab es kritische, aber aus meiner Sicht fruchtbare Diskussionen.

Jahrelang haben Sie betont, dass Pyrotechnik gefährlich ist. Ist das jetzt hinfällig?

Dabei bleibe ich auch: Pyrotechnik ist extrem gefährlich. Die Stäbe brennen mit Temperaturen von bis zu 1000 Grad Celsius ab, da kann schnell eine Jacke Feuer fangen. Die Verletzungsgefahr ist immens. Ich selber sehe auch nicht, was Fußball mit Pyrotechnik zu tun hat. Aber: Wenn es Einzelnen so wichtig ist, dann kann und muss man sich darüber unterhalten, wie man zu einem Interessensausgleich kommt – auch, um die Situation ein Stück weit besser kontrollieren zu können. Klar ist aber auch: Die Fan-Vertreter müssen ein mögliches Abkommen zu ihrer ganz eigenen Sache machen und dafür sorgen, dass die Vereinbarungen am Ende auch eingehalten werden. Sonst ist jede Übereinkunft sofort wieder hinfällig.

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