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Panorama In Spanien vermisster deutscher Junge vermutlich tot
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19:48 23.07.2010
Spanische Polizeibeamte tragen den leblosen Körper des gefunden Kindes zum Krankenwagen. Drei Tage dauerte die Suche bei über 40 Grad in einer der heißesten Gegenden Spaniens bei einem Stausee in der Nähe von Cordoba. Quelle: dpa

Drama im Spanien-Urlaub: Drei Tage nach dem rätselhaften Verschwinden eines Fünfjährigen aus Deutschland haben Suchmannschaften nahe Córdoba im Süden des Landes die Leiche eines kleinen blonden Jungen entdeckt. „Es deutet alles darauf hin, dass es sich um den vermissten Deutschen handelt“, sagte ein Polizeisprecher am Freitag der Nachrichtenagentur dpa.

Er verwies auf die Kleidung und ein Foto des Jungen, das die Behörden veröffentlich hatten. Die 40 Jahre alte Mutter liegt seit Dienstag in einem Krankenhaus - sie war halb verdurstet. In den vergangenen Tagen war es in Südspanien gut 40 Grad heiß. Sie steht Rundfunkberichten zufolge unter Schock und kann sich an nichts erinnern. Die Frau und ihr Sohn sind in Herdecke in Nordrhein- Westfalen gemeldet.

Die Leiche weise nach ersten Ermittlungen keine Spuren von Gewalt auf, sagte José Antonio Fernández, der Bürgermeister der Ortschaft Espiel. In einem schwer zugänglichen, bergigen Gebiet der Umgebung war der leblose Körper gefunden worden - neben zwei Rucksäcken und mehreren leeren Flaschen Wasser. Der Vater des vermissten Jungen und ein weiterer Verwandter seien inzwischen in Córdoba eingetroffen. Der Vater lebt in Dortmund von der Mutter getrennt. Bei Durchsuchungen der Wohnung von Mutter und Sohn in Herdecke habe es keine Hinweise auf ein Verbrechen gegeben, das seinen Ausgang dort genommen haben könnte, erklärte die Polizei des Ennepe-Ruhr-Kreises.

Der Fall gibt viele Rätsel auf. Fest steht, dass das Kind und seine Mutter zuletzt am vergangenen Sonntag gemeinsam beim Angeln am Ufer des Puente-Nuevo-Stausees gesehen wurden. Dieser liegt rund drei Kilometer von Espiel (2400 Einwohner) entfernt. In der Umgebung entdeckte die Polizei auch das Auto der Mutter, ein Mittelklassewagen mit Kennzeichen des Ennepe-Ruhr-Kreises (EN). Im Inneren war Kinderkleidung und Spielzeug zu sehen. Der Wagen hatte nach Angaben der Polizei eine Panne.

War die Deutsche vielleicht ohne den Jungen losgezogen, um Hilfe zu suchen und hatte sich dann verlaufen? „Wir ermitteln in alle Richtungen“, heißt es bei der spanischen Polizei. Mehr werde man erst nach der Obduktion der Leiche wissen. Sicher ist: Die Mutter war am Dienstag zu Fuß in Espiel aufgetaucht. Der Mitarbeiter einer Tankstelle alarmierte die Polizei, weil die Frau völlig entkräftet und desorientiert wirkte. Den Beamten erzählte sie demnach, dass sie sich verirrt habe und ihren Sohn nicht finde. Eine Woche zuvor sei sie mit ihm von Deutschland aus in den Urlaub nach Spanien gefahren.

Die Deutsche hatte Schürfwunden, Prellungen und war halb verdurstet - in Córdoba war es in den vergangenen Tagen brütend heiß. Obwohl ein Übersetzer hinzugezogen wurde, konnte die Frau den Beamten aber nicht erklären, was geschehen war. Sie habe total verwirrt gewirkt und sei schließlich in ein Krankenhaus in Córdoba eingewiesen worden. „Sie konnte uns keine Hinweise geben. Sie sprach kaum, und wenn sie es tat, brachte sie uns noch mehr durcheinander“, sagte Bürgermeister Fernández.

Die Polizei leitete eine Suche an. Beamte mit Spürhunden durchkämmten die Gegend um den Stausee, auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Eine Einheit Polizeitaucher wurde ebenfalls angefordert. Die Leiche wurde nahe eines Gebüschs gefunden, so ein Polizeisprecher.

Das deutsche Konsulat in Málaga ist inzwischen eingeschaltet und steht in Kontakt mit den spanischen Behörden sowie mit der Mutter und den Angehörigen, wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte. Das Konsulat habe auch Gelegenheit gehabt, mit der Mutter zu sprechen. Nähere Einzelheiten wurden aber nicht genannt.

dpa

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