Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama IS-Sympathisant muss drei Jahre in Haft
Mehr Welt Panorama IS-Sympathisant muss drei Jahre in Haft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:44 18.12.2017
Muss für drei Jahre ins Gefängnis: Der IS-Sympathisant Sascha L. Quelle: Peter Steffen/dpa
Braunschweig

Das hat am Montag das Landgericht Braunschweig entschieden. Die Staatsschutzkammer befand den 27-jährigen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie des vorsätzlichen unerlaubten Umgangs mit explosionsgefährlichen Stoffen für schuldig. Die Richter sahen es am Ende des dreimonatigen Prozesses als erwiesen an, dass der frühere Rechtsextremist, der vor rund drei Jahren zum Islam konvertiert war, die entsprechenden Materialien besorgt, eine Sprengvorrichtung hergestellt und auch getestet hatte.

Der 21-jährige deutsche Mitangeklagte Wladislav S. aus Katlenburg-Lindau (Kreis Northeim) hat ihm nach Überzeugung des Gerichts dazu Beihilfe geleistet. Er muss deshalb 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Der 28-jährige türkische Staatsangehörige Alpaslan Ü. aus Köln erhielt wegen Beihilfe ein Jahr Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Als Bewährungsauflage muss er 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Ein weiterer mitangeklagter 27-jähriger afghanischer Staatsangehöriger aus Bünde (Westfalen) wurde freigesprochen.

Das Geld für den Anschlag fehlte

Das Gericht blieb mit seinem Urteil etwas unterhalb der Forderung der Generalstaatsanwaltschaft, die für Sascha L. eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten beantragt hatte. Die Kammer hielt ihm zugute, dass er ein frühes und umfassendes Geständnis abgelegt hatte. Der 27-Jährige hatte angegeben, dass er kurz vor seiner Festnahme im Februar dieses Jahres von seinen Anschlagsplänen abgerückt sei. Dies nehme ihm die Kammer allerdings nicht ab, sagte der Vorsitzende Richter Michael Polomski.

Der Angeklagte habe seinen Plan nicht aufgegeben, sondern nur deshalb nicht umgesetzt, weil ihm dafür das Geld gefehlt habe.

Die Ermittler waren im Sommer 2016 auf Sascha L. aufmerksam geworden. Der 27-Jährige hatte damals eine Organisation kontaktiert, die ihm bei der Ausreise in ein Land helfen sollte, in dem die Gesetze der Scharia gelten. Daraufhin hatten Ermittler erstmals seine Wohnung durchsucht, die Stadt Northeim erließ zudem gegen ihn ein Ausreiseverbot. Der Angeklagte habe danach die Idee entwickelt, sich für dieses vermeintliche staatliche Unrecht rächen zu wollen, sagte der Vorsitzende Richter. Er habe geplant, Polizisten oder Soldaten in einen Hinterhalt zu locken und mit einer Bombe zu töten. Dazu habe er unter anderem Wasserstoffperoxid, Aceton, Schwefelsäure, einen elektronischen Bausatz sowie LED-Weihnachtsbaumkerzen gekauft, die als Auslöser für die Sprengstoffexplosion verwendet werden sollten.

Test im Park

Im Januar testete der 27-Jährige dann einen selbstgebauten Sprengsatz in einem Park in Northeim. Der 21-jährige Mitangeklagte filmte ihn dabei. Beide habe ursprüngliche die gemeinsame Vorliebe für den Rechtsextremismus geeint, sagte Polomski. Auch nachdem Sascha L. zum Islam konvertiert war, seien sie in Kontakt geblieben. Die „Schnittmenge“ ihrer Überzeugungen sei der Antisemitismus gewesen. Der 21-Jährige hatte angegeben, nichts von den Anschlagsplänen seines Kumpels gewusst zu haben. Die Kammer wertete dies als „bloße Schutzbehauptung“. Auch bei ihm habe die Polizei IS-Hinrichtungsvideos und Fotos von Enthauptungen gefunden.

Die beiden anderen Angeklagten waren ins Visier der Ermittler geraten, weil sie Sascha L. Geld überwiesen hatten. Nach Ansicht der Kammer war im Fall des 28-jährigen afghanischen Angeklagten nicht nachzuweisen, dass dieser von den Anschlagsplänen gewusst und diese unterstützt habe. Anders bei dem 28-jährigen türkischen Angeklagten: Die ausgewerteten Handy- und Computerdaten zeigten, dass dieser in die Tatpläne verstrickt gewesen sei.

Zum Abschluss lobte der Vorsitzende Richter Michael Polomski ausdrücklich die „ausgesprochen gute Polizeiarbeit“. Die Ermittler hätten durch „richtiges und konsequentes Verhalten“ den Verdachtsfall verfolgt.

Von Heidi Niemann

Das war knapp: Eine 19-Jährige ist in Bramsche (Kreis Osnabrück) mit ihrem Auto in eine Tankstelle gekracht. Ein Mitarbeiter reagierte schnell, ebenso ein Lastwagenfahrer, der aus dem Auto aufsteigenden Rauch mit einem Feuerlöscher erstickte.

18.12.2017

Es ist ein Klassiker: „Schatz, geh doch noch mal einen Schritt zurück.“ Doch für das Erinnerungsfoto in Bremerhaven ist eine 29-Jährige ins Hafenbecken gestürzt – und im Krankenhaus gelandet.

18.12.2017

Kriminalität, Terror, Unruhen: Die Mehrheit der Deutschen fühlt sich nur noch in wenigen Urlaubsländern sicher. Sogar beliebte Ziele wie Spanien schneiden aufgrund aktueller Ereignisse nicht gut ab.

18.12.2017