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Panorama Harz am Stiel
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00:21 04.09.2014
Kleine Stielkunde: Wichtig ist, dass nichts splittert. Quelle: Carmen Jaspersen

Während im Oberharz vor allem Kiefern und Fichten für die Möbelindustrie gefällt werden, sind die Förster im Südharz auf der Suche nach gut gewachsenen Buchen. Denn nur aus dem langsam und gleichmäßig gewachsenen Holz der Buche lassen sich Eisstiele produzieren.

„Lolliholz“ nennen das die Förster mit einem Anflug von Humor, und fündig werden sie vor allem in den dichten Laubwäldern rund um das Kloster Walkenried im Südharz. Hier, zwischen Örtchen wie Zorge, Wieda und Ellrich wachsen die besten Bäume. Nur ihr Holz ist splitterfrei, hat kaum Astlöcher und keine Verfärbungen – ideale Voraussetzungen, um später ein Eis am Stiel zu tragen. Förster Christian Haut hat bereits die Bäume entlang der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Thüringen farbig markiert, nun kommt die Kettensäge lautstark zum Einsatz. Noch bis Ende September läuft die Holzernte in den Harzer Wäldern.

Parallel zur Suche nach „Lolliholz“ läuft der Einschlag auch in den Nadelwäldern zwischen Braunlage und Goslar, hier fällen die Niedersächsischen Landesforsten rund 1500 Kubikmeter Holz. Eichen werden zu Tischen und Stühlen weiterverarbeitet, Buchen zu Parkett geschnitten und Lärchen für den Häuserbau gefällt.

Das „Lolliholz“ wird anschließend in die Nähe von Lübeck geliefert und dort weiterverarbeitet. Buche gilt als geschmacks- und geruchsneutral, ist resistenter gegen Bakterien als andere Hölzer, elastisch und verfügt doch über eine glatte Oberfläche – damit beim Noggern nichts stört oder gar splittert. Eisfabrikanten haben dann die Wahl zwischen dem „Standardstiel“, dem „Paddelstiel“ und dem klassischen „Eislöffel“, auf Wunsch auch mit eingebranntem Logo.

Während der kleine Paddelstiel in der nächsten Eissaison im „Solero“ stecken wird, muss sein größerer Bruder die Last eines „Magnums“ tragen. Hersteller wie „Langnese“ setzen verstärkt statt auf Plastik auf den nachwachsenden Rohstoff Holz. Damit dürfte der Harz bald wieder in aller Munde sein.

von Harald John

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