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Panorama Nach der Flut ist vor der Flut
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12:09 10.02.2014
Lauenburg erlebte 2013 ein Rekordhochwasser der Elbe. Quelle: dpa
Lauenburg

Neun Monate nach dem Rekordhochwasser in Lauenburg arbeiten Fachleute mit Hochdruck an einem Hochwasserschutzkonzept für die tief gelegene Altstadt. Ende Februar würden erste Vorschläge in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt, sagte der Leiter der Lauenburger Bauamtes, Reinhard Nieberg. Das fertige Konzept soll Mitte des Jahres vorliegen. Im Juni 2013 hatte die Elbe Teile der Altstadt überflutet, an einigen Stellen stand das Wasser bis zu 30 Zentimeter hoch in den Straßen. Rund 300 Anwohner hatten vorübergehend ihre Häuser verlassen müssen.

Unterdessen kämpft die Stadt noch immer mit den Folgen des Hochwassers. Gerade erst musste ein rund 65 Meter langes Teilstück der Elbuferpromenade gesperrt werden, weil eine Stützmauer eines angrenzenden Restaurants einsturzgefährdet ist. Auch die Wiederaufbauhilfe von Land und Land fließt nur zögernd. „Die meisten Gewerbebetriebe wurden bereits entschädigt, aber viele Privatleute warten noch immer, weil sie für ihre Anträge Gutachten der Denkmalpflege brauchen. Das dauert eben“, räumte Nieberg ein. Außerdem gebe es in einigen Fällen auch Probleme wegen älterer, nicht durch das Hochwasser verursachte Schäden, sagte er.

„Bei dem Schutzkonzept ist es uns wichtig, die Bürger in die Planungen einzubeziehen. Deshalb werden wir die Informationsveranstaltung Ende Februar mit einem Rundgang beginnen, um zu zeigen, wo was möglich ist“, sagte Nieberg. „Noch sind alle Optionen offen. Die reichen von einer Mauer zwischen Elbe und Altstadt bis zum Erhalt des Status quo“, sagte er. An der Erarbeitung des Konzeptes sind Wasserbauingenieure, Stadtplaner, Architekten und Denkmalschutzexperten beteiligt. Die Lauenburger Unterstadt steht komplett unter Denkmalschutz, einige Gebäude sind zudem als besondere Baudenkmäler gelistet.

Nach dem für die Altstadt katastrophalen Hochwasser 2013 hatte Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede (CDU) einen „Wettbewerb der klügsten Ingenieure“ ausgerufen, um einen Schutz der Uferlinie auch vor extremen Hochwasserlagen zu erreichen. „Wir brauchen kein weiteres Gutachten, sondern einen sofort umsetzungsfähigen Entwurf“, sagte er damals. „Uns ist klar, dass ein nächstes Hochwasser jederzeit kommen kann“, sagte jetzt Nieberg. „Deshalb erwarten wir von dem Konzept auch Vorschläge für technische Maßnahmen, die ohne großen Kostenaufwand sofort umgesetzt werden können“, sagte der Bauamtsleiter.

Für die Erarbeitung des Schutzkonzeptes hat die Landesregierung 70 000 Euro bereitgestellt. Die Finanzierung des konkreten Hochwasserschutzes ist dagegen noch völlig offen. „Wir wissen ja noch gar nicht, wie viel der letztendlich kosten wird“, sagte Nieberg.

dpa

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