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Panorama Hitzige Wortgefechte bei Knut-Demo am Berliner Zoo
Mehr Welt Panorama Hitzige Wortgefechte bei Knut-Demo am Berliner Zoo
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09:14 03.04.2011
Fans des Eisbären wollen verhindern, dass Knut ausgestopft wird. Quelle: dpa

Die Emotionen schlugen hoch am Zaun des Berliner Zoos auf dem Hardenbergplatz. Rund 50 Demonstranten waren am Samstag bei strahlendem Sonnenschein vor den Haupteingang gezogen, um gegen die geplante Ausstopfung des vor zwei Wochen überraschend gestorbenen Eisbären Knut zu demonstrieren. Sie entzündeten Kerzen auf dem Boden und ließen knapp 50 weiße Luftballons in den Berliner Himmel aufsteigen. Für Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz gab es böse Worte: „Herr Blaszkiewitz - Sie sind ein Witz - Stopfen Sie Ihr Herz und Hirn aus“, hieß es auf einem Transparent.

Im Internet war seit Tagen zu der Demonstration aufgerufen worden. Der Publikumsliebling Knut war am 19. März plötzlich gestorben. Die Sektion ergab unter anderem eine Virusinfektion und schwere Hirnentzündungen. Das Tier soll nach Zoo-Plänen speziell präpariert und ausgestellt werden.

„Unser primäres Ziel ist es, die Ausstopfung von Knut verhindern“, sagte einer der Veranstalter der Protestaktion, Jochen Kolbe. Dies habe Knut nicht verdient. Außerdem gehe es darum, ob und wie Wildtiere im Zoo gehalten werden dürften.

Mit der Virus-Erkrankung des Tieres wollte sich manch einer der versammelten Knut-Fans nicht so recht abfinden. Es sei schon seit Wochen sichtbar gewesen, dass es dem Bären nicht gut gehe, sagte die resolut wirkende Mitfünfzigerin Christina Keuk. Sie frage sich schon, warum die Verantwortlichen nicht eingegriffen hätten. Und mit den drei Eisbärinnen Tosca, Nancy und Katjuscha habe sich Knut überhaupt nicht verstanden. „Das konnte jeder Besucher sehen“, empörte sich die Berlinerin. Christina Keuk war in den vergangenen vier Jahren regelmäßig am Eisbären-Gehege, um ihren Knut zu sehen. Doch mit dem Zoo-Direktor ist sie jetzt fertig: „Diesen Zoo betrete ich nie wieder!“

Dass es unter Knut-Fans auch ungemütlich werden kann, erfuhr ein Zoobesucher, der zufällig unter die Demonstranten geriet. Er konnte die Anschuldigungen gegen die Zooleitung nicht so ganz nachvollziehen
und mischte sich in die Diskussion ein. Was er dann an hässlichen Worten zu hören bekam, hatte auch schon Blaszkiewitz einstecken müssen. „Stoppt die Ausstopfung von Knut!“, schrien meist weibliche Demonstranten den Uneinsichtigen nieder.

Dass der Zoologische Garten die Vorwürfe der Knut-Fans ernst nimmt, zeigte eine Erklärung des Vorstands, die am Freitagabend veröffentlicht wurde. „Knut war auch für uns etwas ganz Besonderes“, hieß es auf der Internetseite des Zoos. Knut habe auf der ganzen Welt viele Freunde gehabt.

dpa

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