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Panorama Hitze in Niedersachsen: Schön am Meer, gefährlich für Wälder
Mehr Welt Panorama Hitze in Niedersachsen: Schön am Meer, gefährlich für Wälder
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12:31 02.07.2010
Von Gunnar Menkens
Eine Cessna 206 der Feuerwehr startet in Lüneburg zu einem Überwachungsflug. Quelle: dpa

In der Nacht zum Donnerstag verschickte die Freiwillige Feuerwehr Verden um 1.08 Uhr eine Pressemitteilung. Großalarm im Stadtwald. Ein Jogger hatte einen kleinen Flächenbrand entdeckt, vor Ort erledigten dann acht Ortsfeuerwehren, zwei Tanklöschzüge und weitere Spezialfahrzeuge das zehn Quadratmeter große Bodenfeuer. Ein enormes Aufgebot für einen kleinen Gegner, wegen der Trockenheit und entstehender Waldbrandgefahr gilt jedoch erhöhte Alarmbereitschaft. Eine richtige Einschätzung. Stunden später rückten wieder Männer aus, wieder in den Stadtpark, wieder wegen eines Bodenfeuers, diesmal schon rund 100 Quadratmeter groß. Ein Spaziergänger hatte es gesehen und die Wehr herbeitelefoniert. Der Verdacht: Brandstifter. Dirk Strauch, Sprecher der in Braunschweig ansässigen Niedersächsischen Forsten, hofft jetzt für die nächsten Tage sehr auf „Regenschauer oder Wärmegewitter, damit es sich abkühlt“.

Ein aus seiner Profession begründeter Wunsch, der sich mit den Hoffnungen der allermeisten Menschen schwer in Einklang bringen lassen dürfte. Es soll heißen werden in Niedersachsen, heute und am Sonnabend, auch an den Küsten, und in der Nordsee – vorhergesagt sind Wassertemperaturen von 20 Grad und höher. Der Deutsche Wetterdienst erwartet für die Luft in Cuxhaven 32 Grad und auf Norderney 33 Grad. Wer es gerne wärmer hätte, kann die Landeshauptstadt zu seinem Aufenthaltsort wählen. Hier wird es am Sonnabend, wenn sich Zehntausende in öffentlicher Runde das WM-Spiel zwischen Deutschland und Argentinien ansehen, bis zu 36 Grad heiß. Am Sonntag dagegen soll es sich bewölken und im ganzen Land um einige Grad abkühlen.

Abkühlung gesucht: Ein Surfer und Segler auf dem Jadebusen vor Wilhelmshaven. dpa

Die Beherbungslage an der Nordsee ist unterschiedlich, für Spontanurlauber wichtig zu wissen. „Bis zum 11. Juli ist hier noch jede Menge zu haben“, sagt eine Mitarbeiterin der Kurverwaltung Dangast, „wir haben hier ein WM-Loch.“ Auf See ist man zurückhaltender. Die Insel Norderney hat gut 25.000 Gästebetten, Marketingleiter Herbert Visser, ein Eingeborener und mit Touristenströmen bestens vertraut, spricht zwar von der „einen oder anderen Lücke“ – sagt aber auch, dass die Insel derzeit schon „sehr, sehr gut besucht“ sei. Kurzzeitreisende, die nichts finden, laufen Gefahr, noch am Anreisetag nach Norddeich zurückdampfen zu müssen. Dort hilft auch der Anleger gegenüber kaum weiter. Die Fähre nach Juist legt wegen der Tidezeiten jeweils nur einmal ab. Visser wüsste eine Alternative, kann sie aber niemandem ernsthaft empfehlen. Bei der Strandreinigung entdeckten Norderneyer Bürger eines frühen Morgens einen Kajakfahrer, der im Igluzelt übernachtet hatte. „Der packte gerade zusammen und fuhr nach Baltrum weiter.“ Das liegt, wenn man aufs offene Meer blickt, im Grunde gleich rechts.

Während man sich hoch im Norden um Waldbrände weniger Sorgen machen muss, bleibt die Gefahr in Celle, Faßberg und Bergen. Hier herrscht die höchste Warnstufe 5. Dirk Strauch sagt, der trockene Sandboden in der Heide speichere das Wasser nicht gut, lichte Kiefernwälder sorgten dafür, dass die Sonne Waldböden ungefiltert aufheize. Trockenheit gefährdet jedoch alle Wälder. Von Hildesheim und Lüneburg aus starten von heute an zwei Überwachungsflugzeuge, mit Förstern an Bord. Sie gucken nach Rauch. Damit sie nichts entdecken müssen, gilt in Niedersachsens Wäldern ein Rauchverbot bis 1. November.

Die Polizei hat am Donnerstag die Suche nach der vermissten Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig fortgesetzt. Bisher gebe es keine Anzeichen für eine Straftat, sagte Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) der Nachrichtenagentur dpa.

01.07.2010

Der Fall Kachelmann geht in eine weitere Runde: Das Landgericht Mannheim hat am Donnerstag abgelehnt, den Haftbefehl gegen den Schweizer aufzuheben. Damit bleibt der 51-Jährige weiterhin in Untersuchungshaft. Das Oberlandesgericht Karlsruhe muss nun über den Haftbeschwerde-Antrag des Anwalts entscheiden.

01.07.2010

Eigentlich wollten sie nach einem gesunkenen Wrack mit ägyptischen Mumien an Bord suchen, am Ende wurden sie Lebensretter: Forscher haben vor Cuxhaven einen jungen Seehund aus der Nordsee gerettet. Dem "Heuler" geht es gut, die Mumien aber bleiben vorerst verschollen.

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