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Panorama Krisentreffen im Antisemitismusstreit
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21:49 09.08.2016
Von Michael B. Berger
Hat die Hochschule in Hildesheim antisemitische Propaganda verbreitet? Im Streit um ein Seminar zur „sozialen Lage der Jugendlichen in Palästina“ hat sich jetzt das Land eingeschaltet. Quelle: Gossmann/Heidrich
Hildesheim

Das umstrittene Seminar hat Hochschulpräsidentin Christiane Dienel letzte Woche gekippt, nachdem ein Sprecher des israelischen Außenministers die HAWK als „Hass-Fabrik“ bezeichnet hatte. Mit einem Krisengespräch in ihrem Haus wollte Ministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) den Streit am Dienstag entschärfen. Sie lud den Landesvorsitzenden der Jüdischen Gemeinden, Michael Fürst, und Yazid Shammout von den Palästinensischen Gemeinden mit Dienel ins Ministerium. „Die Brisanz der Diskussion, wo Kritik an Israel aufhört und wo Antisemitismus anfängt, geht weit über die Vorwürfe gegen die HAWK hinaus“, erklärte die Ministerin nach dem Gespräch. Nun soll das Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin klären, ob die umstrittene Lehrveranstaltung tatsächlich den Bannruf aus Israel verdient hat.

Klären will allerdings auch die CDU im niedersächsischen Landtag, warum das Ministerium erst im Januar 2016 die Hochschule um eine Stellungnahme bat, nachdem sich der Zentralrat der Juden bereits zum zweiten Mal mit besorgten Fragen an das Ministerium in Hannover gewandt hatte.

Sie richteten sich an den zweiten Teil eines sogenannten Tandemseminars, das um Sozialarbeit in verschiedenen politischen Kontexten kreiste. Die Hannoveranerin Rebecca Seidler, selbst Absolventin der HAWK und promovierte Sozialpädagogin, war von ihrer alten Hochschule gebeten worden, ein Seminar über jüdisches Leben und jüdische Sozialarbeit anzubieten – als Pendant zum palästinensischen Part, den die Hildesheimer Gymnasiallehrerin Ibtissam Köhler seit Jahren anbietet. Als sie die Seminarunterlagen ihrer Kollegin angesehen habe, sei sie entsetzt und völlig perplex über die Einseitigkeit und Unwissenschaftlichkeit gewesen, sagte Seidler einer Hildesheimer Zeitung. Einsprüche seien von der HAWK abgebügelt worden, deshalb habe sie die Übernahme des Teil-Seminars abgelehnt.

Der von Seidler eingeschaltete Gutachter der Amadeu-Antonio-Stiftung bekräftigte beim Blick auf die im Palästina-Seminar benutzten Quellen ihren Verdacht. „Die zusammengestellten Texte des Seminars bilden ein schlüssiges Gesamtkonzept“, urteilte Jan Riebe in seinem Gutachten, das der HAZ vorliegt: „Dieses hat jedoch nicht die soziale Lage der Jugendlichen im Blick. Vielmehr dient es dazu, Israel zu dämonisieren und in die Nähe der südafrikanischen Apartheidszeit oder gar des Nationalsozialismus in Deutschland zu rücken.“ Die Texte böten ein zutiefst israelfeindliches Geschichtsbild, das sich nicht scheue, auf alte oder neue antisemitische Ressentiments zurückzugreifen. Den Studenten werde ein teilweise „sogar antisemitisches Weltbild vermittelt, ohne erkennbare Graustellen“.

Die Hochschule hat dagegen argumentiert, dass man das Seminar als Ganzes sehen müsse – mit möglicherweise extremen Sichtweisen von beiden Seiten. Hochschulpräsidentin Dienel verwahrte sich gegen die Vorwürfe und beteuerte gegenüber Reportern offenbar sogar, dass ihre Kinder jüdische Vornamen hätten. Kritikern twitterte sie zurück   („Wer ist hier eigentlich die Hass-Fabrik?“) und war danach einem Shit­storm im Internet ausgesetzt.

„Dass dieses Seminar mit sechs oder acht Teilnehmern äußerst zweifelhaft ist, steht außer Frage. Aber der Begriff Hass-Fabrik ist so dumm wie das Seminar“, meinte Michael Fürst von den Jüdischen Gemeinden. Man habe jetzt konstruktiv miteinander gesprochen, um einen Blick nach vorn zu werfen.

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