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Panorama Mobile Stauwarner gegen Lkw-Unfälle
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00:24 16.07.2015
Von Lars Ruzic
Die Zahl der Auffahrunfälle auf den Autobahnen soll verringert werden. Quelle: Julian Stratenschulte
Hannover

Erst am Wochenende war bekannt geworden, dass viele Fernfahrer unter Drogen stehen, um den Termindruck überhaupt bewältigen zu können. Das Gros der Unfälle mit Lkw-Beteiligung entstehe am Stauende von Baustellen, berichtete Lies. Dem wolle das Land mit einer neuen Technik mobiler Stauwarner begegnen. Sie sollen erstmals in Niedersachsen Anfang September auf der Autobahn 2 aufgestellt werden, wenn zwischen den Anschlussstellen Braunschweig-Ost und Wolfsburg/Königslutter die Fahrbahn in Richtung Berlin erneuert werden muss. Die Autobahn soll dann für sechs Wochen auf zwei Spuren verengt werden - und dürfte an Werktagen morgens immer dicht sein, weil viele Braunschweiger dann nach Wolfsburg zur Arbeit bei Volkswagen fahren.

Die neue, vom Hemminger Baustellen-Absperr-Service (B.A.S.) entwickelte Technologie kontrolliert die Verkehrssituation und meldet Staus an mobile Warnschilder mit Digitaltechnik, die zwischen acht und zwölf Kilometer vor der Baustelle aufgestellt werden. So sollen die Fahrer rechtzeitig auf einen Stau aufmerksam gemacht werden - in der Hoffnung, dass sie dann vorsichtiger an die stehenden Autos heranfahren. Obwohl der Bund die Fahrbahn erneuert, muss das Land die Mehrkosten dieser Anlage selbst tragen.

Lies fordert weitere Maßnahmen

Der Verkehrsminister fordert noch weitergehende Maßnahmen für die Verkehrssicherheit, von denen er allerdings erst die Länderkollegen und die Bundesregierung überzeugen muss. Denn Niedersachsen kann sie nicht allein durchsetzen. Lies wünscht sich eine Art Sicherheitsrabatt auf die Lkw-Maut für die Lastwagen, die mit einem Notbremsassistenten ausgerüstet sind. Diese Technologie, die Auffahrunfälle im Regelfall verhindert, wird von November an für alle Neuwagen Pflicht. Bis sie sich auf diesem Weg in der Breite durchsetzt, werden jedoch Jahre vergehen. „Wir brauchen aber viel zügiger mehr Assistenzsysteme im Lkw“, so Lies. Ein Maut­rabatt könnte Speditionen den nötigen Anreiz bieten, hier zu investieren.

Gleichzeitig fordert Lies eine Erleichterung der Fahrzeug- (und Fahrer-) Kontrollen durch die Polizei. Der neue digitale Tacho ermögliche auch eine Fernablesung durch einen in der Nähe des Lkw fahrenden Streifenwagen. Dazu müssten auch die gesetzgeberischen Möglichkeiten geschaffen werden, sagte der Minister. Die Polizei könnte so wesentlich effektiver und schneller einen ersten Check durchführen, als wenn sie die Fahrer erst einmal anhalten und die Fahrtenschreiber auslesen müsse.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat der Landesregierung vorgeworfen, mit einem Erlass Lohndumping zu fördern und tariflich bezahlte Arbeit zu untergraben. Er habe "fast Schnappatmung gehabt" als er das Papier zu Gesicht bekommen habe, sagte Niedersachsens DGB-Chef Hartmut Tölle.

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