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00:15 27.08.2016
Von Hendrik Brandt

Sein Name fiel immer wieder, bis in die letzte Zeit hinein. Wann immer in der Bundespolitik ein wichtiges öffentliches Amt zu vergeben war, das harte Arbeit ebenso erforderte wie die gleichzeitige Fähigkeit zum unbezweifelbaren Auftritt, war Henning Voscherau im Gespräch. Ob es um Aufsichtsräte ging, das Rathaus in Hamburg, das Kabinett in Berlin, oder die Nachfolge von Christian Wulff als Bundespräsident – der noble Notar von der Elbe ließ sich ohne jede Pein auf vielen Stühlen denken. Das war weit über die Grenzen seiner sozialdemokratischen Partei hinaus unumstritten.

Dies mag vordergründig mit jenem zumindest in Hamburg legendären Wahlabend des 21. September 1997 zu tun haben, an dem Voscherau nach gut neun Jahren im Amt des Ersten Bürgermeisters plötzlich erklärte, er stehe nicht mehr zur Verfügung. Live in der „Tagesschau“. Besprochen war das im Zweifel nur mit seiner Frau. Zwar lag seine SPD mit 36,2 Prozent der Stimmen klar an der Spitze – aber Voscherau hätte wohl mit den Grünen koalieren müssen. Das war seine persönliche rote Linie. Mochten andere Sozialdemokraten „Brandt-Enkel“ sein, Voscherau hielt es da ganz mit Helmut Schmidt. Er zog mit 56 Jahren einen dramatischen Schlussstrich unter seine politische Laufbahn und galt seitdem eben auch als Unvollendeter. Als jemand, von dem man möglicherweise gern noch mehr gesehen hätte.

Das wird ihm geschmeichelt haben, und ein wenig geschmerzt hat es ihn wohl auch. Denn Voscheraus Leistungen für seine Heimat Hamburg waren im Grunde bemerkenswert genug – und weit mehr, als mancher andere vorweisen kann, der sich heute für hohe Staatsämter handeln lässt. Mit ihm, der lange die Strippen in der SPD-Bürgerschaftsfraktion gezogen hatte und 1988 ohne Wahl an die Senatsspitze kam, weil Vorgänger Klaus von Dohnanyi sich den Mühen des Stadtalltags nicht mehr länger stellen mochte, ist ein wahrhaftiger Aufbruch der Hansestadt verbunden. Hamburg hat in seiner Zeit seine Rolle, zumindest aber seine Funktion als Drehscheibe in der in den Neunzigerjahren wieder neu definierten Mitte Europas gefunden. Hierfür steht vor allem ein Projekt, das heute jeder kennt: die Hafencity, der Brückenschlag von der Innenstadt an die Elbe und weiter nach Süden. Er verwandelte brach fallende Hafengebiete in eines der begehrtesten (und teuersten) Quartiere des Landes – und das ganz leise.

Schon 1991 gab es einen ersten Masterplan, den selbst im Rathaus kaum jemand kannte. Voscherau ließ die Stadt langsam Flächen und Gebäude zusammenkaufen, lange bevor er öffentlich sagte, was vorgesehen war. Als er dann – wie stets effektvoll – 1997 im Überseeclub vorstellte, wohin die Reise gehen sollte, war es für jede Quertreiberei der Hafenwirtschaft oder anderen Lobbygruppen zu spät. Manche haben das Hinterzimmerpolitik genannt, andere fanden es schlicht genial.

Doch Voscherau war weit mehr als der clevere Spieler im Polit-Billard, der drei Banden vorausdachte. Er war Notar vom Neuen Wall – und Volksschauspielersohn. Die halbe Familie väterlicherseits spielte ein paar Häuser weiter am Ohnsorg-Theater. Er wusste, wie man fröhlich schnackt, wenn es passt – und wie man formvollendet spricht, wenn es nötig ist. Ein breites Register, das ihm, dem Intellektuellen, die Herzen der Hamburger geöffnet hat. „Moin Bürgermeister“ hieß es stets irgendwo, wenn er auftrat – unabhängig davon, wer gerade auf dem Stuhl des Regierungschefs im Rathaus saß. Das hat ihm Spaß gemacht.

Nun ist Henning Voscherau gestorben, an Krebs, kurz nach seinem 75. Geburtstag. Das Land braucht einen neuen Mann für die schwierigen Fälle.

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