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Panorama Hacker spioniert 150 Schülerinnen über Webcams aus
Mehr Welt Panorama Hacker spioniert 150 Schülerinnen über Webcams aus
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17:11 16.07.2010
Ein Beschuldigte aus dem Rheinland hat den Messenger-Zugang eines Mädchens geknackt und sie über ihre Webcam ausspioniert. Quelle: Frank Wilde (Archiv)

Es ist der Albtraum aller Eltern: Ein Hacker aus dem Rheinland soll in die Computer von mindestens 150 Mädchen eingedrungen sein und die Kinder über Webcams ausspioniert haben. Als die Polizei den Mann festgenommen habe, seien auf dessen Rechnern mehrere Videos aus Kinderzimmern gelaufen, schrieb das „Westfalen-Blatt“ aus Bielefeld am Freitag. Die Staatsanwaltschaft Aachen bestätigte die Ermittlungen, aber nicht die Zahl der Opfer.

Die Spähattacke aufgedeckt hat Thomas Floß vom Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD). Der Elektrotechniker aus dem westfälischen Versmold hält in Schulen regelmäßig Vorträge, um Kinder und Jugendliche für den Datenschutz zu sensibilisieren. „Zwei Mädchen erzählten, dass die Kontroll-Leuchte an ihren Webcams nicht ausgeht“, erklärte Floß

.
Als der Experte die Computer untersuchte, entdeckte er schädliche Programme - sogenannte Trojaner - , die im Hintergrund die Geräte steuerten. Die Software habe der Täter offenbar über den Chat-Dienst ICQ verbreitet: Zunächst knackte er das Nutzerkonto eines Schülers, dann versandte er mit dessen Adresse ein Bild. Wer es öffnete, hatte die Trojaner auf dem Rechner, so Floß.

Floß konnte die Spur in die Region Aachen zurückverfolgen und erstattete Anzeige. Die Staatsanwaltschaft Aachen ermittelt derzeit. „Eine Person steht in Verdacht, unerlaubt Computer mit Schadprogrammen ausspioniert und Webcams manipuliert zu haben“, sagte ein Sprecher. Zur Zahl der Opfer äußerte er sich nicht. Das „Westfalen-Blatt“ berichtete, 150 Mädchen seien betroffen, darunter 60 Schülerinnen aus dem Kreis Gütersloh.

Brennende Webcam-Leuchte ist Warnsignal
Brennt die Kontrollleuchte der Webcam, obwohl diese gar nicht eingeschaltet ist, sollten Surfer misstrauisch sein. In einem solchen Fall sei es möglich, dass Hacker die Kamera fernsteuern und den Nutzer ausspähen. Darauf weist der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) in Berlin hin. Am Freitag war der Fall eines Mannes aus dem Rheinland bekanntgeworden, der sich über einen Trojaner Zugang zu den Computern von mindestens 150 Mädchen verschafft haben soll - unter anderem um sie zu beobachten und Daten herunterzuladen.

Als Vorsichtsmaßnahme rät der BvD, grundsätzlich den Rechner auszuschalten, wenn er gerade nicht genutzt wird. Wichtig sei es außerdem, den Virenscanner aktuell zu halten. Wer eine externe Webcam ohne Kontrollleuchte besitzt, sollte diese am besten ausstöpseln, wenn er sie nicht benötigt. Trojaner gelangen oft per E-Mail auf den Rechner, zum Beispiel getarnt als Bildschirmschoner. Der BvD warnt deshalb davor, leichtfertig Anhänge zu öffnen.

Im konkreten Fall war der Beschuldigte aus dem Rheinland besonders dreist vorgegangen: Er hatte unter anderem den Messenger-Zugang eines Mädchens geknackt, die ein schwaches Passwort verwendet hatte, und die als Bildschirmschoner getarnte Schadsoftware unter ihrem Namen verschickt. Die angeschriebenen Mitschüler schöpften keinen Verdacht. Der BvD rät deshalb, stets starke Passwörter zu wählen, um die Zugänge zu Messengern oder sozialen Netzwerken zu schützen.

Um sich vor Hackern zu schützen, sollten Nutzer nicht nur ein aktuelles Virenschutzprogramm einsetzen, sondern auch ein Anti- Spyware-Programm sowie eine Firewall - und diese immer auf dem aktuellen Stand halten, empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Sicherheitsupdates sollten außerdem stets in das Betriebssystem eingespielt werden. Schadprogramme können zudem weniger Unheil anrichte, wenn der Nutzer nicht als Administrator am Rechner angemeldet ist.

dpa

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