Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Land will Zahl der Sozialarbeiter verdoppeln
Mehr Welt Panorama Land will Zahl der Sozialarbeiter verdoppeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:31 12.12.2016
Klare Zuständigkeiten, mehr Sozialarbeiter: Die Schulen in Niedersachsen profitieren von der Einigung des Landes mit den Kommunen Quelle: Julian Stratenschulte
Hannover

Aus Kultusministerin Frauke Heiligenstadt sprudeln die Superlative nur so heraus: „Eine bahnbrechende Entscheidung“ sei getroffen worden. Man könne sagen: „Was sehr lange währt, wird dann richtig gut“. Was die Ministerin so begeistert, ist eine Vereinbarung zum Schulbereich, die gestern von Land und kommunalen Spitzenverbänden unterzeichnet wurde. Darin übernimmt das Land die Kosten für Schulsozialarbeiter, Verwaltungskräfte und Computer-Servicedienste in den Schulen.

Nicht ausreichend Bewerber

„Wir sind sehr froh über die Vereinbarung, wenn auch etwas weniger euphorisch“, meinte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistags, Hubert Meyer. Auch Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel, Präsident des Städtetages, lobt eher besonnen: „Es ist gut, dass wir zu einem für alle Seiten akzeptablen Kompromiss kommen.“

Insgesamt geht es bei der Vereinbarung um ein Investitionsvolumen von rund 300 Millionen Euro. In dem Papier wurden viele Fragen geklärt, die zwischen Land und Kommunen teilweise seit Jahrzehnten ungelöst waren. Die Unstimmigkeiten waren entstanden, weil die Zuständigkeiten von Land und Kommunen sich teilweise überlappen. So ist das Land für alle Bildungsinhalte verantwortlich, die Kommunen als Schulträger dagegen für die sachliche Ausstattung.

Den größten Batzen bei der Vereinbarung macht das Programm für Schulsozialarbeiter aus. Derzeit gibt es an allgemeinbildenden Schulen rund 450 Sozialarbeiterstellen. Diese sollen nun auf über 1000 Stellen aufgestockt werden. Das Geld dafür will das Land sofort bereitstellen. Wie schnell aber alle Stellen besetzt werden können, darauf wollte sich die Ministerin nicht festlegen. Die Bewerberlage sei sehr unterschiedlich. In einigen Gegenden gebe es 20 Bewerbungen auf eine Stelle, in anderen, „periphär gelegenen Regionen“, habe man dagegen manchmal Schwierigkeiten, auch nur einen Bewerber zu finden, sagte Heiligenstadt. Die bestehenden Sozialarbeiterprogramme des Landes werden am 31. Dezember beendet, die angestellten Sozialarbeiter aber übernommen.

Sozialarbeiter seien längst „flächendeckend unverzichtbar und nicht nur an Problemschulen notwendig“, sagte Meyer vom Landkreistag. Die Pädagogen kümmern sich in den Schulen um die Integration von Flüchtlingen und Migranten, beraten Lehrer im Umgang mit Sorgenkindern, helfen bei der Berufsfindung und halten Kontakt zu außerschulischen Einrichtungen wie der Jugendhilfe.

Digitaloffensive ein PR-Coup?

„Wir freuen uns, dass sich das Land zu seinen Aufgaben bei der Schulsozialarbeit bekennt“, lobte auch Marco Trips, Präsident des Städte- und Gemeindebunds. Es werde allerdings erwartet, dass auch Schulen, die keinen Ganztagsbetrieb hätten, in Zukunft berücksichtigt würden. Im ersten Schritt sollen die 1700 Ganztagsschulen in Niedersachsen ausgestattet werden.

Außerdem will das Land in die EDV der Schulen 14 Millionen Euro jährlich investieren. Das sei kein Geld aus der von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka angekündigten Digital-Offensive, betonte Heiligenstadt. Wankas fünf Milliarden Euro seien nicht im Bundeshaushalt zu finden. „Insofern ist das möglicherweise eine sehr gelungene PR-Aktion von Frau Wanka gewesen“, so Heiligenstadt.

Mehr Geld für Sekretariate

Nicht nur für Sozialarbeiter, auch für Schulverwaltungsstellen und EDV-Ausstattung will das Land den Kommunen mehr Geld geben. Computer nehmen auch im Unterricht eine immer größere Rolle ein. Die Wartung der Geräte ist aber nicht immer geregelt. In größeren Städten gibt es hauptamtliche IT-Beauftragte, in kleineren Kommunen müssen aber teilweise auch die Lehrer selber ihre IT-Probleme lösen. Das Land stellt ab 2017 jährlich 14 Millionen Euro zur Verfügung, damit auch kleine Schulen die Möglichkeit haben, bei Bedarf professionellen Service einzukaufen. Weil die Schulen zusätzliche Kompetenzen bekommen haben, ist auch immer mehr Arbeit an den Schulsekretariaten hängen geblieben. Die Kommunen haben diese Extrakosten bislang übernommen, ab kommenden Jahr gleicht das Land das Minus mit acht Millionen Euro aus. Die Kommunen sprachen von einer „Flurbereinigung“. In der Sache ändert sich an den Schulen nichts.

Panorama An deutsch-tschechischer Grenze - Illegaler Transport von Katzenbabys aufgedeckt

Sie waren dehydriert und stark abgemagert: 27 Katzenbabys wurden bei einer Grenzkontrolle entdeckt. Sie sollten als Weihnachtsgeschenke in den Handel gebracht werden.

12.12.2016

Muslimverbände in Niedersachsen sind von der zögerlichen Haltung der rot-grünen Landesregierung zum geplanten Islamvertrag enttäuscht. Jetzt setzt der Verband Ditib der Landesregierung ein Ultimatum.

Michael B. Berger 12.12.2016

 Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) kommt den Haltern von Damwild und anderem Farmwild mit einer Gebührensenkung entgegen. Sorgen machen den Damwildhalter weiter die Verbreitung von "auffälligen" Wölfen.

12.12.2016