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Panorama „Gorch Fock“ segelt nun doch weiter
Mehr Welt Panorama „Gorch Fock“ segelt nun doch weiter
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20:30 26.01.2017
Sanierung oder Verschrottung? Die Frage ist jetzt entschieden - die „Gorch Fock“ soll weiter repariert werden. Quelle: Bernd Wüstneck
Kiel

Vielen Stürmen und Unwettern hat die „Gorch Fock“ schon getrotzt, doch zuletzt drohte der Untergang wegen der immer höheren Reparaturkosten. Den hat Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Donnerstag in Berlin bei einem kurzfristig angesetzten Pressetermin medienwirksam verhindert. Stolz verkündete die Politikerin: Das Schiff wird saniert und soll noch über das Jahr 2030 hinaus als Segelschulschiff der Marine dienen - und in vielen Häfen der Welt zum positiven Image Deutschlands beitragen.

Die unglaublich hohen Sanierungskosten von jetzt 75 Millionen Euro nannte sie aber bei ihrem gut einminütigen Auftritt nicht. Die Summe teilte ein Sprecher ihres Ministeriums mit. Ursprünglich war von knapp 10 Millionen ausgegangen worden.

"Mehr als ein Segelschulschiff"

„Mit der ,Gorch Fock’ ist es wie mit einem alten sanierungsbedürftigen Haus“, sagte von der Leyen. „Wir wollten erst Weniges reparieren, dann haben wir hinter die Planken geguckt, und dann stellt man fest, dass sie grundsaniert werden muss. Bis auf den Kiel muss fast alles ersetzt werden.“ Und: „Die Gorch Fock symbolisiert weit mehr als ein Segelschiff, sie ist das Segelschulschiff, sie ist unverzichtbar in der seemännischen Tradition, sie hat eine lange Ausbildungsgeschichte hinter sich, und sie ist vor allem Botschafterin auf den Weltmeeren.“ Nach der Grundsanierung werde man wieder ein prachtvolles Segelschulschiff haben.

Die Marine hat immer wieder die Bedeutung des Segelschulschiffes für die seemännische und charakterliche Ausbildung des Offiziersnachwuchses der Marine hervorgehoben - auch im High-Tec-Zeitalter, in dem Computertechnik auf Marineschiffen dominiert. Trotz regelmäßiger Wartungen gab es im vergangenen Jahr eine böse Überraschung nach der anderen. Im Januar 2016 kam das 89 Meter lange Schiff ins Dock in Bremerhaven. Dort wurde nach und nach entdeckt, was alles repariert werden muss: An der Takelage, am Rumpf, das Holzdeck, schließlich müssen auch alle drei Masten ersetzt werden. Als die Kosten auf 35 Millionen Euro gestiegen waren, riss der Projektleiter die Reißleine, die Arbeiten wurden gestoppt. Es wurde eine Wirtschaftlichkeitsprüfung angestellt.

Besatzung ist erleichtert

Jetzt wird weiter saniert. „Gorch Fock“-Kommandant Nils Brandt lobt die Nachricht aus Berlin: „Die Entscheidung, die ,Gorch Fock’ zu erhalten, hat bei meiner Besatzung und mir große Erleichterung ausgelöst. Nach langer Zeit der Flaute ist wieder Wind zu spüren, und das tut gut, denn die ,Gorch Fock’ erfüllt einen ganz wesentlichen Auftrag zur Ausbildung unseres Nachwuchses.“ Für die Zeit der Reparatur denkt die Marine über eine Ersatzlösung nach, zum Beispiel die Anmietung eines Großseglers.

Zur Frage eines Neubaus nach 2030 äußerte sich das Ministerium zurückhaltend. Es würden parallel die Prozesse eingeleitet, um die besonderen Ausbildungsfähigkeiten der „Gorch Fock“ in einer Nachfolge-Einheit zu erhalten.

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