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Panorama Göttinger Geograf von Felsen erschlagen
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13:54 28.04.2015
Der Geomorphologe Matthias Kuhle kam beim Erdbeben in Nepal ums Leben. Quelle: dpa

Der Leiter einer Exkursion der Universität Göttingen ist bei dem verheerenden Erdbeben im Himalaya ums Leben gekommen. Der international renommierte Geografie-Professor und Eiszeitforscher sei seinen schweren Verletzungen erlegen, berichtete die Hochschule.

Nach Angaben seiner Familie ist der 67-jährige Matthias Kuhle bei einem Abstieg im Manaslu-Massiv nördlich von Kathmandu während des Bebens von herabstürzenden Felsmassen getroffen und tödlich verletzt worden. Die Informationen basierten auf Angaben des Reiseveranstalters, mit der die Göttinger Geografen unterwegs waren, teilte Kuhles Familie am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Der Veranstalter wiederum berufe sich auf einen einheimischen Begleiter der Exkursion.

Danach war Kuhle am 25. April mit seiner Gruppe vom geografischen Institut der Göttinger Universität im nepalesischen Himalaya auf dem Abstieg von Jagat nach Dhopan. Die Wissenschaftler befanden sich in einer engen Schlucht, als sie von dem Erdbeben überrascht wurden.

Kuhle habe sich gegen 12 Uhr Ortszeit „ein gutes Stück der Gruppe voraus“ befunden, vermutlich um die Sicherheit des Weges zu überprüfen, heißt es in der Mitteilung. Während der Erschütterungen sei der Wissenschaftler von herabstürzenden Felsmassen am Kopf getroffen und tödlich verletzt worden. Die übrigen Teilnehmer der Exkursion - 15 Studierende und ein weiterer Wissenschaftler - seien bis auf kleinere Verletzungen unversehrt geblieben.

Die Gruppe habe in der auf das Unglück folgenden Nacht wegen massiver Erdrutsche zwischen Jagat und Dobhan biwakieren müssen, berichtete Kuhles Familie. Am folgenden Tag sei sie per Hubschrauber nach Arughat Bazar geflogen worden.

Kuhles mitgereister wissenschaftlicher Mitarbeiter habe die Informationen in einem Telefonat mit der Familie am Dienstag bestätigt, sagte Kuhles Sohn Arthur.
Den überlebenden Teilnehmern der Exkursion gehe es „den Umständen entsprechend gut“, sagte der Sprecher der Universität Göttingen, Thomas Richter. Direkten telefonischen Kontakt zu der Gruppe habe die Hochschule bisher nicht bekommen können.

Die Gruppe befinde sich aber in Arughat Bazar in Sicherheit, sagte Richter. Sie solle nach Kathmandu gebracht werden. Er hoffe, dass sie dann den Heimflug nach Deutschland antreten könne. Die Exkursion war Anfang April in den Himalaya aufgebrochen. Die reguläre Rückkehr war für den 29. April geplant.

Vorläufig sitze die Gruppe aber noch in Arughat fest, berichtete Kuhles Familie. Wegen der schwierigen Verhältnisse vor Ort sei die Evakuierung nach Kathmandu bisher nicht möglich gewesen.

Der ums Leben gekommene Matthias Kuhle - ein erfahrener Bergsteiger - galt als herausragender Kenner des Himalaya und Hochgebirgsgeograf. Er war in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Dutzend Mal zu Forschungsreisen in der Region unterwegs gewesen. Sein besonderes Interesse galt der Entstehung und den Folgen von Eiszeiten. Bekannt wurde er durch den Nachweis eines tibetischen Inlandeises und dessen Einfluss auf die globalen Eiszeitzyklen.

dpa

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