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Panorama Aufstand im Schulsekretariat
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07:27 29.02.2016
Von Saskia Döhner
Landestagung der Schulverwaltungskräfte in Niedersachsen (Schulsekretärinnen).(Foto: Insa Cathérine Hagemann) Quelle: Insa Cathérine Hagemann
Hannover

Schulsekretärinnen sind für bei vielen Aufgaben die erste Anlaufstelle: Schon frühmorgens nehmen sie die Anrufe der Eltern entgegen, die ihre Kinder krankmelden, und oft sind es auch sie, die die ersten Gespräche mit neu an die Schule kommenden Flüchtlingskindern führen. Künftig sollen die Schulen jedoch auch Kontoauszüge selbst kontrollieren und die Reisekosten für Lehrer abrechnen. Aber auf welchem Schreibtisch landet diese Aufgabe? Die Schulsekretärinnen jedenfalls wollen da nicht mehr mitspielen. „Ohne zeitlichen oder finanziellen Ausgleich geht das nicht“, sagt Simone Bröer, Vorsitzende des Landesverbandes der Schulverwaltungskräfte.

Seit Monaten schon tobt der Streit, wer künftig die sogenannten Schulgirokonten führen soll. Das Land will die Aufgabe, für die bislang die Landesschulbehörde zentral zuständig ist, den einzelnen Schulen übertragen. Eigentlich sollte dies schon Anfang 2016 vollzogen sein. Dagegen laufen die Schulleiter Sturm. Es könne nicht sein, dass Rektoren TAN- und IBAN-Nummern kontrollierten, findet Frank Stöber, Vorsitzender des Schulleitungsverbandes. Notfalls wolle man klagen, falls das Kultusministerium die Schulen zwingen werde, die Kontoführung selbst zu übernehmen.

Die Schulsekretärinnen könnten - als vermeintlich schwächstes Glied der Kette - die Leidtragenden des Konflikts sein. Das Ministerium verweist darauf, dass die Schulleiter die Kontoführung auch an ihre Verwaltungskräfte übergeben könnten. Aber so einfach ist das nicht: Denn die Sekretärinnen sind bei den Kommunen angestellt und werden auch von ihnen bezahlt. Die Führung der Schulkonten aber ist Landesaufgabe. Müsste dann nicht auch das Land die Kosten dafür tragen? Einige Kommunen haben es ihren Schulsekretärinnen bereits ausdrücklich untersagt, die Konten zu führen. Dies sei nicht ihre Aufgabe.

Bröer befürchtet nun, dass die Verwaltungskräfte in eine Zwickmühle geraten könnten, wenn die Schulleiter sie anweisen, die Kontoführung zu organisieren, die Kommunen als Arbeitgeber sie aber dafür eigentlich nicht bezahlen wollen.

Entweder bleibe die Landesschulbehörde für die Kontoführung zuständig, oder die Aufgabe werde den Schulverwaltungskräften übertragen, aber nur wenn sie dafür auch deutlich besser bezahlt würden und intensive Schulungen erhielten. „Der Verständnisspielraum unsererseits ist ausgereizt“, sagte Bröer. „Eine Ausgleichszahlung vom Land an die Kommunen ist nicht die Lösung, denn davon profitieren wir selbst nicht“, sagt Bröer.

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