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Panorama Giftige Eichenprozessionsspinner breiten sich aus
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21:42 10.07.2017
Quelle: dpa (HAZ-Collage)
Gifhorn

Das Schild am Waldrand im Kreis Gifhorn kündigt mit großen roten Buchstaben die Gefahr an. Ein Blick nach oben zu den Baumkronen vermittelt sofort das Gefühl, dass etwas nicht stimmen kann. Zu einer Zeit, in der die Bäume normalerweise reichlich Laub tragen, stehen die Eichen dort fast komplett kahl da. Schuld ist der Eichenprozessionsspinner. Die Schmetterlingsart hat sich in den vergangenen Jahren in den Wäldern Niedersachsens ausgebreitet. Die Raupen fressen das Eichenlaub. Passiert das zu häufig, ohne dass zwischendurch frisches Grün nachwachsen kann, sterben die Eichen ab.

„Die Situation ist ernst.“

Um auf diese Gefahr hinzuweisen, haben die niedersächsischen Landesforsten und Experten der nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt zur Informationsveranstaltung in einen besonders betroffenen Wald nordöstlich von Wolfsburg geladen. „Die Situation ist sehr ernst, auch wenn wir derzeit noch hoffen, dass es in diesem Jahr nicht zu flächigem Absterben der Eichen kommt“, sagt Andreas Baderschneider, der Leiter des zuständigen Forstamtes Wolfenbüttel, das rund 16.000 Hektar Landeswald bewirtschaftet und rund 10.000 Hektar Kommunal- und Genossenschaftswald betreut.

Rund ein Drittel der Fläche dort besteht aus Eichenwäldern. Was die Experten mit einem „tendenziell bestandsbedrohendem Fraßgeschehen“ beschreiben, bedeutet einfach ausgedrückt, dass sie sich große Sorgen um die Eichen und das wertvolle Holz machen.

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich begünstigt durch die Klimaerwärmung immer weiter aus. Besonders nach den heißen Sommern und den milden Wintern wird seit 2003 eine verstärkte Vermehrung beobachtet, unter der die befallenen Wälder stark leiden. Die Raupen schlüpfen im April und Mai. Auf der Nahrungssuche nach den Eichenblättern bewegen sie sich hinter- oder nebeneinander her und bilden so die namensgebende Prozession.

„Vor 14 Tagen waren die Eichen hier komplett kahlgefressen“, berichtet Revierleiter Klaus-Peter Deeken. Eines der Hauptprobleme ist, dass die Raupen im Gegensatz zu anderen Arten noch sehr spät im Jahr fressen. Damit verhindern sie, dass noch einmal Blätter nachwachsen können - oder sie fressen auch diesen zweiten Austrieb. Die Förster können nur noch versuchen, Eichen mit Überlebenschancen zu erkennen und die anderen zu ernten.

Chemikalien gegen Kahlfraß

Eine Chance, den Verfall zu stoppen, bietet der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln aus der Luft. „Wir müssen aber alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen, bevor wir zu Chemikalien greifen“, erklärt Pavel Plasil von der Forstlichen Versuchsanstalt. Das Institut hatte den Kahlfraß für dieses Jahr vorhergesagt und sich für den Pflanzenschutz per Hubschrauber ausgesprochen.

„Wir haben uns in diesem Jahr trotz der düsteren Prognose entschieden, zunächst weiter zu beobachten und Daten zu sammeln“, sagt Forstamtsleiter Baderschneider. Denn ein großer Teil der Wälder liege in Schutzgebieten etwa für Vögel und habe daher auch eine große Bedeutung für den Naturschutz. „Wir werden sorgfältig abwägen, ob wir auch im Frühjahr 2018 noch auf die Schutzmaßnahmen verzichten können, denn wir müssen und wollen die Eichenwälder erhalten“, sagt Baderschneider. Er betont, dass keines der möglicherweise eingesetzten Mittel schädlich für den Menschen sei.

Auch für Menschen gefährlich

Das gilt nicht für die Prozessionsspinner selbst. Die feinen Gifthärchen der Raupen können bei Kontakt zu Hautjucken, Atemnot oder einem allergischen Schock führen. Im Juni wurden Nester mit Eichenprozessionsspinnern in beiden Wolfsburger Freibädern gefunden. „Wird ein Nest entdeckt, wird der Bereich gesperrt und die Fachfirma beauftragt, diese abzusaugen“, erklärt ein Sprecher der Stadt. 

dpa

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