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Panorama Gibt es eine rechte Szene in Hameln?
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00:15 01.09.2015
Auf diese Flüchtlingsunterkunft in Salzhemmendorf ist ein Brandanschlag verübt worden. Quelle: dpa
Salzhemmendorf

Auch nach der Festnahme von drei Tatverdächtigen, die einen Molotowcocktail in eine  Flüchtlingsunterkunft in Salzhemmendorf geworfen haben sollen, ist das Entsetzen über die Tat groß. Polizei und Bürgermeister  bemühten sich bereits am Freitag, klar zu stellen, dass nicht abzusehen war,  es zu einem solchen Anschlag in der Gemeinde im Landkreis Hameln-Pyrmont kommen könnte. Dennoch hatten die Täter gegen zwei Uhr am Freitagmorgen den Brandsatz durch ein geschlossenes Fenster ins Erdgeschoss der alten Villa geschleudert, in der laut Polizei 40  Menschen, darunter Asylbewerber aus Afrika und Syrien wohnen. 

 „Ich hätte mir nie vorstellen können, dass so ein feiger Anschlag möglich ist", sagte Salzhemmendorfs Bürgermeister Clemens Pommerening. "Es gibt bei uns eine echte Willkommenskultur, die Bevölkerung steht zu den Flüchtlingen.“  Auch die Polizei versicherte, dass es in Salzhemmendorf und auch dem gesamten Landkreis keine rechte Szene gebe.  Es habe im Ort und in anderen Kommunen der Region in der Vergangenheit keine fremdenfeindliche Aktionen gegeben, sagt sagte Polizeisprecher Jens Petersen.

 Bushaltestelle mit Hakenkreuz beschmiert

So ganz kann man ihm diese Aussage nicht glauben. Eine Bushaltestelle in der Straße, an der sich auch die Flüchtlingsunterkunft befindet, ist mit Hakenkreuzen beschmiert. Der Zustand der Farbe deutet daraufhin, dass sich die rechtsradikalen Schmierereien nicht erst seit Freitag dort befinden. Und auch der Verfassungsschutzbericht des vergangenen Jahres sagt etwas anderes. 

 Demnach hatte die rechtsextreme Partei "Die Rechte" erst Ende vergangenen Jahres den Kreisverband Hildesheim in der knapp 30 Kilometer entfernten Stadt gegründet. Viele der Mitglieder darin sollen zuvor der Braunschweiger Szene angehört haben, die laut Verfassungsschutz als "bedeutendster Zusammenschluss für die regionale rechtsextremistische Szene" gilt und als ein "Kristallisationspunkt neonazistischer Aktivitäten" bezeichnet wird. 

"In der Region Schaumburg/Hameln orientieren sich die örtlichen Neonazis am Hermannsland genannten Stützpunkt der Partei Der dritte Weg", heißt es im Verfassungsschutzbericht weiter. Die Partei fordert in ihrem Programm unter anderem "die Überfremdung Deutschlands und den anhaltenden Asylmissbrauch umgehend zu stoppen, um die nationalen Identität des deutschen Volkes beizubehalten". Mehrere der Neonazis, die sich in diesen Gruppen orientieren kommen nach Informationen der HAZ auch aus Salzhemmendorf.

Auch der Mann, der am Freitag versuchte, die Kundgebung "Gute Nachbarschaft" vor der Flüchtlingsunterkunft in Salzhemmendorf zu stören, und den die Polizei vorsichtig  als "offenbar rechtsmotivierte Person" bezeichnet, ist ein bekannter Neonazi, der sogar in Salzhemmendorf wohnt. 

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