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Panorama Getötete Journalistin Wall: Was wir wissen und was nicht
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14:29 23.08.2017
Traurige Gewissheit: Kim Wall ist tot. Quelle: AP
Kopenhagen

Eltern und Freunde von Kim Wall haben nun traurige Gewissheit: die 30-jährige Journalistin ist tot. Ermittler bestätigten am Mittwochvormittag, dass der vor Kopenhagen gefundene Torso der von Kim Wall ist. Doch was genau geschah ist immer noch ein Rätsel.

Was ist bisher passiert?

Die Journalistin Kim Wall wurde zuletzt am 10. August gesehen, wie sie an Bord der „Nautilus“ ging. Sie wollte ein Reportage über den U-Boot- und Raketen-Bauer Peter Madsen schreiben. Am Abend meldete sie ihr Freund als Verschwunden. Madsen hatte erst ausgesagt, er habe die Journalistin nach ihrem Besuch wieder an Land abgesetzt, wenig später habe er technische Probleme mit seinem U-Boot bekommen. Es sank. Madsen wurde gerettet. Doch die Polizei wurde misstrauisch und nahm den Erfinder fest.

Welche neuen Erkenntnisse haben die Ermittler am Mittwoch präsentiert?

Die Polizei in Kopenhagen gab am Mittwoch bekannt, dass es sich bei einem angespülten Frauen-Torso eindeutig um die Leiche der gesuchten Journalistin handele. Polizeisprecher Jens Møller Jensen sagte, man habe mit Hilfe einer Zahn- und einer Haarbürste einen DNA-Abgleich machen können. Die Leiche wurde offensichtlich so präpariert, dass sie versinken sollte.

Die Journalistin Kim Wall ist tot, ihre Leiche wurde in einer Bucht vor Kopenhagen gefunden. Der U-Boot-Bauer Peter Madsen sitzt in Untersuchungshaft. Was genau am 10. August auf der „Nautilus“ geschah, ist immer noch rätselhaft.

Wie wurde die Leiche präpariert?

Rechtsmediziner haben festgestellt, dass ursprünglich etwas Metallisches am Körper von Kim Wall befestigt gewesen sei, das die Tote vermutlich am Meeresboden hätte halten sollen. Außerdem seien zahlreiche Verletzungen am Torso von Kim Wall festgestellt worden, durch die vermutlich Luft und Gase entweichen sollten, damit ein Auftreiben verhindert wird.

Was weiß man über die Todesursache?

Zur Todesursache konnten die Ermittler keine Angaben machen, sagte ein Sprecher. Die Obduktion sei wegen der abgetrennten Gliedmaßen äußerst schwierig.

Hat sich der verdächtige Peter Madsen schon geäußert?

Der U-Boot-Bauer sei noch nicht zu den neuesten Ermittlungsergebnissen befragt worden. Seine Anwältin sagte der Zeitung „BT“, der Fund des Torsos ändere nichts an der Erklärung ihres Mandanten, Kim Wall sei durch ein Unglück an Bord des U-Bootes ums Leben gekommen. Diese Aussage hatte Madsen bereits am 12. August vor dem Haftrichter gemacht. Polizeisprecher Møller Jensen wollte nicht näher auf die Aussage Madsens eingehen, weil die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden habe. Man habe aber nach einer Leiche gesucht und nicht erwartet, einen Torso zu finden.

Wie reagieren die Eltern von Kim Wall auf die neuen Erkenntnisse?

Ihre Mutter Ingrid Wall schrieb am Mittwoch auf Facebook: „Mit grenzenloser Traurigkeit und Bestürzung erhielten wir die Nachricht, dass Überreste unserer Tochter und Schwester Kim Wall gefunden wurden. Das Ausmaß der Katastrophe können wir noch nicht ermessen, und viele Fragen müssen noch beantwortet werden.“

Gibt es einen Zusammenhang zu älteren Fällen?

Obwohl Madsen damals erst 16 war, gab die Polizei bekannt, dass sie nun auch prüfe, ob es einen Zusammenhang zu einem 30-Jahre zurückliegenden, auffällig ähnlichen Mordfall gibt. 1986 wurden Leichenteile einer 22-jährigen japanischen Studentin namens Kazuku Toyonaga gefunden. 1987 wurde die Leiche der Interrailtouristin identifiziert. „Wir haben einen Fall von 1987, wo der Torso einer japanische Touristin im Hafen von Kopenhagen gefunden wurde. Den werden wir uns auch angucken“, sagte Ermittlungsleiter Jens Möller am Mittwoch.

Von nl/dpa/RND

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