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Panorama "Flüchtlinge" ist das Wort des Jahres
Mehr Welt Panorama "Flüchtlinge" ist das Wort des Jahres
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12:22 11.12.2015
Flüchtlinge in Hannover: Hunderttausende sind aus anderen Ländern nach Deutschland gekommen. Das Thema bestimme die öffentliche Debatte, erklärte die Gesellschaft für deutsche Sprache und wählte "Flüchtlinge" zum Wort des Jahres. Quelle: Surrey/Symbolbild
Wiesbaden

Die Jury hatte aus rund 2500 Vorschlägen einen Begriff gewählt, der das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich besonders bestimmt hat. "Nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks, sondern seine Signifikanz und Popularität stehen bei der Wahl im Vordergrund", teilte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) mit.

In ihrer Erklärung schreibt die GfdS allerdings auch, dass das Wort Flüchtlinge für "sprachsensible Ohren rendenziell abschätzig" klingen mag, da analoge Wortbildungen wie Eindringling oder Empörkömmling negativ besetzt seien. Zudem ist das Wort vom Verb flüchten abgeleitet – damit wird ein dauerhafter Zustand suggeriert. Die eigentliche Flucht ist für die betroffenen Menschen dabei schon vorbei.

"Je suis Charlie" auf dem zweiten Platz

Insgesamt wählte die Jury zehn Begriffe aus, "die den öffentlichen Diskurs des Jahres wesentlich geprägt haben". Die Liste stelle deshalb "eine sprachliche Jahreschronik" dar, sei jedoch mit "keinerlei Wertung oder Empfehlung verbunden".

  1. Flüchtlinge
  2. Je suis Charlie
  3. Grexit
  4. Selektorenliste
  5. Mogel-Motor
  6. durchwinken
  7. Selfie-Stab
  8. Schummel-WM
  9. Flexitarier
  10. Wir schaffen das!

Im vergangenen Jahr hatte die Jury anlässlich des Mauerfall-Jubiläums die Berliner "Lichtgrenze" zum Wort des Jahres gewählt. 2013 war es die Abkürzung GroKo gewesen, 2012 die Rettungsroutine und 2011 der Stresstest. Die Aktion der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) gibt es bereits seit dem Jahr 1977.

Auf Twitter diskutierten Nutzer schon vorher das Wort des Jahres. Viele Vorschläge drehten sich ebenfalls um das Thema Flüchtlinge. Der Grünen-Politiker Reinhard Bütikofer schlug zum Beispiel "Das schaffen wir" vor. Andere waren für "Obergrenze" oder "Willkommenskultur".

Das Thema Flüchtlinge wird auch die Wahl zum Unwort des Jahres prägen. Dazu seien bereits viele Vorschläge eingereicht worden, sagte Martin Wengeler von der Universität Trier zu "Spiegel Online". Als Beispiele nannte er "Gutmenschen", "Wirtschaftsflüchtlinge", "Flüchtlingsfront" und "Asylantenflut". Die Entscheidung fällt Anfang 2016. Das Unwort des Jahres 2014 war "Lügenpresse".

dpa/wer

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