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Panorama Geldstrafe nach Tod einer Patientin
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07:45 10.01.2017
Tests sind Pflicht: Passt die Blutgruppe der Konserve nicht zu der des Patienten, kommt es zu Verklumpungen. Foto: dpa Quelle: Sven Hoppe
Göttingen

Der Anästhesist habe bei einer Operation im Dezember 2015 gegen die Vorschriften des Transfusionsgesetzes verstoßen, sagte der Sprecher der Strafverfolgungsbehörde, Andreas Buick. Damals hatte eine 81-jährige Patientin bei einer Transfusion versehentlich eine Blutkonserve erhalten, die für eine andere Patientin bestimmt war, die den gleichen Nachnamen trug. Da die Blutgruppen nicht übereinstimmten, verklumpte das Blut, und die 81-jährige Patientin verstarb.

Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge hatten Krankenhaus-Mitarbeiter vor der Operation für die 81-Jährige zwei Blutkonserven vorbereitet und auch mit der sogenannten Kreuzprobe getestet, dass Spender- und Empfängerblut sich vertragen. Einen Tag vor der Operation seien diese jedoch aus unbekannten Gründen vernichtet worden, sagte Buick.

Für anderen Patienten bestimmt

Während der Operation habe der 66-jährige Oberarzt den Anästhesiepfleger gebeten, zwei Konserven zu besorgen. Als die Blutprodukte aus dem Labor eintrafen, habe der Anästhesist entgegen der Vorschriften keinen Abgleich der Patientendaten vorgenommen. Dadurch habe er nicht bemerkt, dass lediglich der Nachname übereinstimmte, nicht aber Vorname und Geburtsdatum. Um jegliche Möglichkeit einer Verwechslung von Blutkonserven auszuschließen, ist außerdem der sogenannte „Bed­side-Test“ vorgeschrieben. Vor jeder Bluttransfusion wird direkt am Patientenbett die Blutgruppe bestimmt und geprüft, ob die Blutgruppe des Patienten mit der Blutkonserve übereinstimmt. Der Arzt habe nirgends einen solchen Test dokumentiert, sagte Buick.

Weitere Ärztin entlastet

Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst auch gegen eine weitere Ärztin ermittelt, die der Patientin später die zweite Blutkonserve verabreicht hatte. Dieses Verfahren sei eingestellt worden, sagte Buick. Die Ärztin habe, anders als ihr Kollege, bei der Blutkonserve den vorgeschriebenen „Bedside“-Test gemacht. Da das Blut der Patientin aber schon mit dem Fremdblut vermischt gewesen sei, habe der Test die Unverträglichkeit nicht anzeigen können. Außerdem sei nicht ausgeschlossen, dass die 81-Jährige bereits durch die erste Blutspende in eine so kritische Lage gekommen sei, dass ihr Leben nicht mehr zu retten gewesen sei.

Die Klinik hatte dem Oberarzt nach dem folgenschweren Vorfall fristlos gekündigt. Dieser hatte dagegen vor dem Arbeitsgericht geklagt. Später verständigten sich die Parteien außergerichtlich darauf, das Arbeitsverhältnis unter Beachtung der gesetzlichen Kündigungsfrist zu beenden.

Von Heidi Niemann

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