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Panorama Gasförderung begünstigt Erdbeben
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14:44 11.07.2015
Seit den 1970er Jahren soll es zu rund drei Dutzend Erdbeben gekommen sein, die alle auf Erdgasförderung zurückzuführen seien. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Hamburg

Zuletzt hätten die Behörden vor vier Wochen in Großenkneten bei Oldenburg einen Erdstoß registriert. Je intensiver und tiefer die Lagerstätten ausgebeutet würden, desto höher sei die Bebengefahr, sagte der Bergschäden-Sachverständige Peter Immekus. Der Experte warnte vor unabsehbaren Folgen durch Bodenbewegungen.

Die Gasförderregionen seien zum Teil schon ohne Eingriffe des Bergbaus "oberflächlich nass". Es genügten "ein paar Dezimeter, um den Grundwasserhaushalt auf den Kopf zu stellen". Die möglichen Schäden dürften nicht bagatellisiert werden, sagte Immekus, der auch Vorsitzender des Bundesverbandes bergbauunabhängiger Fachleute ist: "Das sind versteckte Ewigkeitskosten." Die Erdbeben entstehen den Angaben zufolge, wenn sich durch die Gasentnahme die Druckverhältnisse im Speichergestein verändern. Dann träten Spannungen auf, die sich ruckartig entladen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt forderte, die Gasförderung zurückzufahren, falls die Häufigkeit und Intensität der Erdbeben weiter zunimmt. Die deutsche Gasindustrie solle dabei dem Beispiel der Niederlande folgen. Dort komme es noch viel häufiger als in Niedersachsen zu Erdstößen. Der dortige Wirtschaftsminister habe vor zwei Wochen die Industrie angewiesen, die Förderung um ein Viertel zu drosseln. In Niedersachsen werden 95 Prozent des deutschen Erdgases gefördert. Umstritten ist vor allem die Fördermethode des Fracking, bei dem ein Gemisch aus Sand, Wasser und Chemikalien unter hohem Druck in den Boden gepresst wird, um Gesteinsschichten aufzubrechen.

epd

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