Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Gal Gadot ist die weibliche Waffe
Mehr Welt Panorama Gal Gadot ist die weibliche Waffe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:43 14.06.2017
Heldenhaft: Gal Gadot als „Wonder Woman“ Quelle: Clay Enos
Hannover

Spider-Man, Superman, Batman, Iron Man: Die Welt der Superhelden wird von Testosteron getrieben. Es rumst und scheppert zerstörerisch – ein richtiges Jungs-Ding eben. Bis jetzt war das jedenfalls so. Denn nun hat es auch eine weibliche Titelfigur erfolgreich ins Kino geschafft und sich in den USA an die Spitze der Charts gesetzt.

Die meisten sind sich einig, dass Gal Gadot ihren Job als „Wonder Woman“ gut macht: einfühlsam und empfindsam, ja, mit einem gesunden Schuss Naivität, wenn sie für Liebe und Frieden unter den Menschen streitet. Endlich ist da mal jemand im Superhelden-ach unterwegs, der nicht mit seinen inneren Dämonen ringt und unter der Last der Verantwortung ächzt. Einige schwärmen gar schon von einer feministischen Utopie auf der Leinwand.

Mancherorts wird das allerdings ganz anders gesehen: Im Libanon ist Gadots Film kurz vor dem Start verboten worden – und das nicht etwa aus einem frauenbewegten Impuls heraus, weil das Kostüm der Amazone vielleicht doch ein bisschen zu sexy geraten wäre im Kampf mit Kriegsgott Ares. Der Grund liegt vielmehr in Gadots Vergangenheit: Die 32-Jährige stammt aus dem mit dem Libanon verfeindeten Israel und diente zwei Jahre lang in der Armee.

In Israel ist der Wehrdienst auch für Frauen Pflicht. Das gilt sogar für eine „Miss Israel“, zu der Gadot schon als 18-Jährige gekürt wurde. Der Miss-Titel bedeutete für die in der Nähe von Tel Aviv aufgewachsene Tochter eines Ingenieurs und einer Lehrerin, die eigentlich Choreografin hatte werden wollen und dann ein paar Semester Jura studierte, den Beginn einer Modelkarriere.

Die Comic-Adaption „Wonder Woman“ startet im Kino mit einer heldenhaften Gal Gadot. Doch die israelische Herkunft der Hauptdarstellerin droht zum Politikum zu werden.

An Kampfeinsätzen im Libanonkrieg 2006 war die Soldatin Gadot wohl gar nicht beteiligt. Sie diente ihrem Land nach eigenen Worten vorrangig als Kraft- und Gymnastiktrainerin. Aber als der schmutzige Krieg 2014 im Gazastreifen wütete, postete sie ein Bild von sich und ihre erstgeborenen Tochter Alma. Dazu schrieb sie, sie bete für die israelischen Soldaten, „die ihr Leben riskieren, um mein Land vor den grausamen Aktionen der Hamas zu beschützen“. Im Libanon kam diese Aktion nicht gut an – und ebenso wenig in Tunesien, wo eine nationalistische Partei inzwischen dafür sorgte, dass „Wonder Woman“ von der Leinwand verschwinden musste.

Nach „Bond“ folgten frustrierende Vorsprechtermine

Die israelische Armee war es gewissermaßen auch, die Gadot den Weg auf die Leinwand ebnete: Vor zehn Jahren nahm sie an dem Fotoshooting „Frauen in der israelischen Armee“ einer US-Zeitschrift teil. Prompt meldete sich Hollywood bei ihr. Mit der Rolle als Bond-Girl in „Ein Quantum Trost“ wurde es nichts, die schnappte ihr Olga Kurylenko weg. Es folgten „frustrierende“ Vorsprechtermine, die an Gadots Selbstwertgefühl kratzten, wie sie sich erinnert. Doch dann durfte die begeisterte Motorradfahrerin Gadot in der „Fast & Furious“-Reihe aufs Gaspedal treten, und ihre Karriere nahm Fahrt auf.

Den Rummel um die Rolle betrachtet Gadot mit Distanz

Als fleischgewordenes Comic-Wesen stößt die Mutter zweier Töchter, die mit einem israelischen Unternehmer verheiratet ist, jetzt in die Reihen von Hollywoods Spitzenkräften vor. Den aktuellen Rummel um ihre Rolle und ihre Person betrachtet sie offenbar aus einer gesunden Distanz: „Die schmerzhafteste Verletzung bei den Dreharbeiten habe ich mir am Strand in Italien zugezogen. Da bin ich auf einen Seeigel getreten. Ich bin ja in echt leider keine Superheldin“, sagt sie. Und als ihr ein Comic-Fan aus der Ultra-Ecke vorhielt, dass ihre Brüste zu klein für die Figur der Wonder Woman seien, konterte sie: „Wenn ich wirklich Wonder Woman wäre, dann hätte ich nur eine Brust. Denn Amazonen schnitten sich die rechte ab, um besser mit dem Bogen schießen zu können.“

Für den Film waren operative Eingriffe glücklicherweise nicht nötig: Wonder Womans Lieblingswaffe ist neben dem güldenen Schwert ein Lasso. Mit dem umschlingt sie ihre Gegner und zwingt sie, die Wahrheit zu sagen. In Zeiten, in denen die Lüge grassiert, könnte das eine wirksame Waffe sein.

Von Stefan Stosch/RND

Bei einer Schießerei in Oer-Erkenschwick im Ruhrgebiet sind am Dienstagabend vier Menschen verletzt worden. Die Polizei fahndet weiterhin nach mehreren Beteiligten. Die Hintergründe waren auch am Mittwochmorgen noch unklar.

14.06.2017

Bei zwei Bränden in Niedersachsen sind seit Dienstagabend neun Menschen verletzt worden. In Wilhelmshaven war ein Feuer in einem Altenheim ausgebrochen. In Norden hatte es in einem sechsstöckigen Haus gebrannt. Die Feuerwehren waren mit Großaufgeboten vor Ort.

14.06.2017

Es sind dramatische Szenen, die sich in London abspielen: Mit 200 Feuerwehrmännern kämpft die Feuerwehr gegen einen Großbrand in einem 24-stöckigen Hochhaus. Mittlerweile hat sich die Zahl der Toten von 6 auf 12 erhöht. Scotland Yard rechnet mit weiteren Todesopfern.

14.06.2017