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Panorama Gärtner finden Goldschatz unter Friedhofshecke
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21:37 31.03.2017
Der Fundort: Ein Friedhof in Dinklage. Quelle: Honkomp-Willenbring
Dinklage/Hannover

Die Wege sind gerade, die Gräber gepflegt auf dem Friedhof der katholischen Gemeinde Sankt Catharina in Dinklage (Kreis Vechta). Nur diese eine Ecke, eingeklemmt zwischen der letzten Grabsteinreihe und dem Zaun am Feld, war ein wenig zugewuchert. Im Juni vergangenen Jahres schickte die Gemeindeleitung eine Gruppe von Gärtnern los, um Ordnung in die Sache zu bringen. Doch als die Männer anfingen, Hecken aus dem Boden zu reißen, stießen sie auf einen Fund, der die Stadt bis heute beschäftigt: Sie fanden Bargeld und Goldmünzen im Wert von Hunderttausenden Euro.

Erst war es nur eine Tupperdose, die den Gärtnern vor die Füße purzelte. Sie hielten sie für Müll, doch dann stellten sie fest, wie schwer sie war und öffneten sie. Danach suchten sie weiter, fanden eine zweite, eine dritte - am Ende des Tages hatten die Männer sieben Plastikboxen entdeckt, vollgestopft mit Euroscheinen, Euromünzen und Goldstücken wie dem südafrikanischen Krügerrand. Ein Schatz, vergraben auf dem Friedhof.

Die Gärtner lieferten den Fund bei der Gemeinde ab. „Da denkt man erst einmal, das kann ja nicht sein“, erinnert sich Pfarrer Johannes Kabon an den Tag. Da habe wohl jemand geglaubt, der Friedhof sei ein todsicheres Versteck, scherzt er.

Der Kirchenmann informiert die Polizei, die das Gelände dann noch einmal gründlich durchsucht. Die Ermittler vermuten aber zunächst, dass der Schatz auf dem heiligen Grund aus ziemlich dubiosen Quellen stammen könnte - eventuell handelt es sich um die Beute aus einem Diebstahl oder einem Raubüberfall.

Dafür spricht, dass der Schatz offenbar nur kurze Zeit im Boden war. Einige der Euro-Münzen sind erst vor zwei Jahren geprägt worden. Die Beamten machen sich auf die Suche, gehen die Datenbanken durch und prüfen die Seriennummern jeder Banknote. Am Ende ohne Ergebnis: Das Geld lässt sich keiner Straftat zuordnen. Nach vier Monaten wird der Fund daher der Stadt Dinklage übergeben. Die hat jetzt die Aufgabe, den Eigentümer des Geldes zu ermitteln.

Sechsstellige Summe

Im Grunde ist das für die Stadt eine einfache Aufgabe: Sie kann nur warten, bis sich jemand meldet, das Geld beansprucht und das Eigentumsrecht auch nachweisen kann. Zu diesem Zweck verraten die Behörden nach wie vor auch nicht den exakten Wert des Schatzes, sondern sprechen immer nur von einer sechsstelligen Summe. Die genaue Zahl ist Besitzerwissen.

Doch es kommt niemand. In Dinklage machen längst Gerüchte über die Herkunft des Geldes die Runde. Es könne sich doch um Schwarzgeld handeln, das jemand vor dem Fiskus verstecken wollte und sich deshalb jetzt nicht meldet. Am hartnäckigsten hält sich aber eine andere Geschichte: Vielleicht war es ja ein älterer Herr oder eine ältere Dame, die das Geld vor ihren Angehörigen verstecken wollte. Doch dann sei diese Person vielleicht plötzlich gestorben oder dement geworden.

„Das ist sehr schade, dass man nicht herausbekommt, welche Geschichte dahintersteckt“, sagt Ansgar Westermann, Sprecher der Stadt Dinklage. Er wäre froh, wenn sich jemand melden würde. „Dann wüssten wir endlich, wem der Schatz gehört und könnten ihn zurückgeben.“ Doch mittlerweile stellt sich in Dinklage so langsam die Frage, wer denn das Geld behalten darf, wenn keiner mehr kommt.

Die Stadt hat deshalb eine Anwaltskanzlei beauftragt, das zu ermitteln - und die ist zu folgendem Schluss gekommen: Es handelt sich bei dem Geld rein rechtlich gesehen nicht um einen Schatz oder einen Fund - es gehört damit nicht der Kirchengemeinde, und die Gärtner erhalten auch keinen Finderlohn.

Die Stadt darf die Goldmünzen jetzt verkaufen und die Gesamtsumme auf ein Konto einzahlen. Dort muss das „herrenlose Geld“ noch drei Jahre liegen - so lange hat der Eigentümer Zeit, es zu beanspruchen. Danach würde es an die Stadt fallen.

Gemeinde hofft auf Geldsegen

Doch das sieht die Gemeinde St. Catharina anders. Man werde selbst prüfen lassen, ob es nicht einen Anspruch auf einen Teil des Geldes gebe, sagt Pfarrer Kabon. Sollten die Anwälte die Position der Stadt bestätigen, „dann ist das eben so“. Wohl nicht ganz ernst gemeint ist Kabons Forderung, der Gemeinde den Fund sofort zu überlassen. „Ich denke, das hat jemand vergraben, um der Gemeinde etwas Gutes zu tun. Sonst hätte er es doch bei der Stadt vergraben.“

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