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Panorama Führten Fehler bei Bauarbeiten zu Archiv-Einsturz?
Mehr Welt Panorama Führten Fehler bei Bauarbeiten zu Archiv-Einsturz?
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12:53 17.01.2018
Trümmer liegen in Köln an der Stelle, an der sich das eingestürzte historische Stadtarchiv befand. Quelle: dpa
Köln

Ein Fehler bei den U-Bahnarbeiten hat nach Darstellung der Staatsanwaltschaft den Einsturz des Kölner Stadtarchivs vor neun Jahren ausgelöst. Beim Ausbau der geplanten U-Bahn-Haltestelle Waidmarkt direkt unter dem Archivgebäude seien die Bauarbeiter 2005 auf einen Gesteinsblock gestoßen, sagte Staatsanwalt Torsten Elschenbroich am Mittwoch zu Beginn des seit langem erwarteten Strafprozesses. Beim Versuch, den großen Stein zu entfernen, seien die Zähne des Schaufelbaggers immer wieder abgebrochen.

Daraufhin habe der Polier - der Baustellenleiter - unter großem Zeitdruck entschieden, das Hindernis dort zu belassen. In der Betonwand der U-Bahn-Haltestelle sei dadurch ein Loch entstanden, eine sogenannte Erdplombe. Durch diese Fehlstelle seien am Tag des Einsturzes am 3. März 2009 durch aufgestauten Druck große Mengen Sand und Kies in die Baustelle hineingebrochen. Unter dem Archiv entstand dadurch nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Hohlraum, wodurch das sechsstöckige Gebäude einstürzte. Zwei junge Anwohner wurden von einstürzenden Gebäudeteilen erschlagen. Das größte und bedeutendste deutsche Kommunalarchiv wurde zerstört. Nach Angaben der Stadt Köln beläuft sich der Sachschaden auf 1,2 Milliarden Euro.

126 Verhandlungstage wurden angesetzt

Für den Prozess hat das Kölner Landgericht 126 Verhandlungstage bis ins nächste Jahr hinein angesetzt. Die Angehörigen der beiden Toten haben neun Jahre auf die strafrechtliche Aufarbeitung des Unglücks warten müssen. Die Staatsanwaltschaft begründet den Verzug damit, dass es extrem kompliziert und langwierig gewesen sei, die Unglücksstelle zu untersuchen.

Eine Mitarbeiterin zeigt im provisorischen Stadtarchiv in Köln eine Akte der Stadt. Quelle: dpa

Unter den Angeklagten ist ein Arbeiter, der auf der Baustelle tätig war. Bei den anderen vier Angeklagten handelt es sich um „Personen mit Prüfungs- und Überwachungsaufgaben“, wie es hieß. Sie sollen die Bauarbeiten nicht mit der gebotenen Sorgfalt kontrolliert haben. Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft sieben Beschuldigte angeklagt. Einer ist jedoch inzwischen gestorben. Ein weiterer Mann ist so schwer erkrankt, dass das Landgericht das Verfahren gegen ihn vorläufig eingestellt hat.

Die Baufirmen bestreiten die Vorwürfe. Ein Sprecher verwies im Vorfeld des Prozesses darauf, dass die Ursache für das Unglück bis heute noch immer ungeklärt sei.

Das Kölner Stadtarchiv beherbergte Originaldokumente aus mehr als tausend Jahren Kölner und rheinischer Geschichte. Darunter waren Testamente, Ratsprotokolle, kaiserliche Privilegien und über 60.000 Urkunden.

Ein Großteil der historischen Dokumente wurden zerstört. Quelle: dpa

Das älteste Dokument stammte aus dem Jahr 922. Zum Bestand gehörten Nachlässe und Unterlagen von Heinrich Böll und Ferdinand Franz Wallraf, Briefe von Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Handschriften von Karl Marx und Friedrich Engels sowie Edikte von Napoleon und Ludwig XIV.

Bei dem Einsturz des Zweckbaus aus dem Jahr 1971 an der Severinstraße versanken 30 Regalkilometer Archivalien in Schutt und Grundwasser. Etwa 95 Prozent der Dokumente konnten geborgen werden. Mittlerweile werden sie im Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum in Köln, im ehemaligen Landesarchiv NRW in Düsseldorf und im Sächsischen Staatsarchiv in Wermsdorf restauriert.

Der Neubau soll 2020 fertig sein

Bis 2020 soll am Eifelwall ein Neubau für das Archiv entstehen. Die Restaurierung aller Dokumente wird nach Schätzung der Stadt noch 30 bis 40 Jahre dauern. Bis Ende 2017 wurden 222.423 Bergungseinheiten trocken gereinigt, das entspricht knapp 13 Prozent der geborgenen Archivalien. Darunter sind 31.000 mittelalterliche Handschriften.

Ein Großteil dieser gereinigten Dokumente ist als Original oder in digitalisierter Form wieder benutzbar. Eine Vollrestaurierung wird laut Stadt momentan nur für Einzelobjekte vorgenommen, bis Ende 2017 war dies für 1.122 Stücke der Fall.

Von dpa/epd/RND

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