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Panorama Ein Freund, ein guter Freund
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07:32 12.02.2014
Bestätigt: Freunde teilen den gleichen Humor. Quelle: dpa

Was ist wirklich wichtig im Leben? Na klar, die Antworten sind bekannt: Familie, der Partner und die eigenen Kinder. Was aber ist, wenn die Familien immer häufiger auseinanderbrechen oder Kinder ein Wunsch bleiben? Die Deutschen steuern, wie Meinungsforscher jetzt herausgefunden haben, bei ihren Wertvorstellungen langsam um:  Die Freundschaft wird immer mehr zum Ersatz für die Familie.

75 Prozent aller Deutschen glauben nach einer aktuellen Allensbach-Studie an eine Freundschaft fürs Leben, 65 Prozent haben ihren besten Freund, der ihnen mitunter ein ganzes Leben lang treu bleibt, sogar schon gefunden. Freundschaften haben für die Mehrheit der Bevölkerung (85 Prozent) einen höheren Stellenwert als eine glückliche Partnerschaft (75 Prozent) oder eigene Kinder (59 Prozent). „Der Unterschied ist, dass Freunde als notwendig betrachtet werden, Kinder sind für viele eine Option“, sagte Renate Köcher, Geschäftsführerin des Allensbach-Instituts für Demoskopie, gestern bei der Vorstellung der Studie. Der Hamburger Psychologe Michael Thiel („Deutschland, einig Jammerland“) betonte, eine Ehe halte im Schnitt 14 Jahre, eine Freundschaft dagegen oft doppelt so lange.

Die Ergebnisse der Studie bestätigen zwar auch altbekannte Klischees, wie zum Beispiel, dass Frauen mit ihren besten Freundinnen gerne shoppen gehen, während Männer mit ihren Kumpels ­einen Abend auch schweigend genießen können. Doch es gibt auch Überraschungen, die selbst die Allensbach-Chefin nicht erwartet hätte. Zum Beispiel, dass das Sprichwort „Gleich und Gleich gesellt sich gern“ beim Thema Freundschaft offenbar nicht zutrifft. Denn immerhin haben 68 Prozent aller Deutschen Freunde, die in unterschiedlichen Berufen arbeiten. Deutlich ältere Freunde haben 48 Prozent der Befragten, und immerhin ein Drittel hat Freunde, die aus einem anderen Kulturkreis stammen.

Wichtigste Basis für eine Freundschaft ist also nicht die gemeinsame Herkunft. Stattdessen gaben 82 Prozent an, dass es ihnen wichtig ist, mit ihren Freunden den gleichen Humor zu teilen oder ähnliche Wertvorstellungen zu haben (79 Prozent). Interessant: Politisch müssen unsere Freunde nicht unbedingt auf einer Wellenlänge mit uns sein. Ein Phänomen, das in den siebziger oder achtziger Jahren noch undenkbar gewesen wäre. „Doch mit dem Fall der politischen Blöcke hat sich die Gesellschaft entideologisiert, was sich auch auf Freundschaften auswirkt“, sagte Allensbach-Chefin Köcher.

Doch was unterscheidet eine gute Freundschaft von den zahlreichen Bekannten, die man im Laufe eines Lebens so ansammelt? Für drei Viertel aller Deutschen ist Verlässlichkeit in allen Lebenslagen (88 Prozent), Ehrlichkeit (77 Prozent) sowie Offenheit (73 Prozent) unabdingbar für eine gute Freundschaft.

Von Nora Lysk

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