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Panorama Freispruch im Kindermord-Prozess
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16:39 13.10.2016
Die 74-Jährige neben ihrem Anwalt Uwe Furmanek. Sie wurde am Donnerstag freigesprochen. Quelle: dpa-Zentralbild
Neuruppin

Eine 74 Jahre alte Frau aus Göttingen ist vom Landgericht Neuruppin vom Vorwurf des Kindsmordes freigesprochen worden. Sie war angeklagt, im November 1974 ihren achtjährigen Sohn in ihrer damaligen Wohnung in Schwedt (Brandenburg) mit Gas vergiftet und ihn zum Sterben in sein Kinderbett gelegt zu haben. „Unsere Erkenntnisse reichten für eine Verurteilung nicht aus“, begründete der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann den Freispruch. Das Gericht habe alles Mögliche unternommen, um die „prozessuale Wahrheit“ herauszufinden.

Damit schloss sich die 1. Strafkammer der Forderung der Verteidigung an. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) hatte vergangene Woche auf zehn Jahre Haft wegen heimtückischen Mordes plädiert. Die Angeklagte hatte im Prozess die Vorwürfe zurückgewiesen.

„Es kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob das Gas zum Kind kam oder das Kind zum Gas“, betonte Lechtermann. „Wir wissen nicht, was in der Nacht tatsächlich passiert ist“, unterstrich der Vorsitzende Richter. Daher bleibe keine andere Entscheidung.

Von RND/dpa

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