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Panorama Forscher entschlüsseln Yeti-DNA
Mehr Welt Panorama Forscher entschlüsseln Yeti-DNA
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11:05 29.11.2017
So stellte sich der sowjetische Wissenschaftler A.G. Pronin den „Yeti“ vor. Pronin behauptete, dem Wesen im Jahr 1967 zwei Mal begegnet zu sein. Quelle: dpa
Buffalo

In den USA heißt er Bigfoot, in Asien ist es der Yeti. Doch genau der gehört jetzt auf die Liste der bedrohten Arten: Denn erstmals haben US-Forscher DNA-Proben von angeblichen Yeti-Überbleibseln unter die Lupe genommen und sie fast ausschließlich Bären zugeordnet. Acht der neun untersuchten Proben - gewonnen aus Knochen, Zähnen, Haaren oder Exkrementen - stammen demnach von Asiatischen Schwarzbären, Himalaya-Braunbären oder Tibetischen Braunbären, die neunte von einem Hund.

Die Biologin Charlotte Lindqvist, Expertin für die Evolution der Bären, leitete die Yeti-Studie. Quelle: dpa

„Unsere Ergebnisse legen stark nahe, dass die biologische Untermauerung für die Yeti-Legende in lokalen Bärenarten gefunden werden kann“, betont die Biologin Charlotte Lindqvist von der University of Buffalo. „Und unsere Studie zeigt, dass die Genetik in der Lage sein sollte, auch andere, ähnliche Rätsel zu lösen.“

Die Studie, veröffentlicht in den „Proceedings B“ der britischen Royal Society, ist wohl die bisher gründlichste DNA-Analyse angeblicher Yeti-Relikte. Die Forscher gelangten über eine britische Filmproduktionsfirma, die 2016 in einem Film die Herkunft der geheimnisvollen Yetis lüften wollte, an die jetzt untersuchten Überbleibsel. Sie stammen ursprünglich aus Museen oder Privatbesitz.

Ein Stück behaarter Haut von einer Hand oder Pranke, die in einem Kloster aufbewahrt worden war, gehört dazu. Ebenso ein Stück Oberschenkelknochen, das in einer Höhle auf dem Tibetanischen Hochplateau in 4500 Meter Höhe gefunden wurde.

Doch Lindqvist und ihr Team gingen noch einen Schritt weiter: Sie sequenzierten die mitochondriale DNA (mtDNA) weiterer asiatischer Bären - insgesamt von 23 Tieren - und verglichen sie dann mit derjenigen von Bären in anderen Teilen der Welt.

Das Foto zeigt eine Haarprobe eines angeblichen Yetis. Quelle: dpa

Es zeigte sich, dass Tibetische Braunbären mit denen in Nordamerika und Europa relativ eng verwandt sind. Himalaya-Braunbären hingegen, deren mitochondriale DNA nun erstmals komplett entschlüsselt wurde, haben sich evolutionär schon wesentlich früher, vor etwa 650.000 Jahren, abgespalten. In der damaligen Eiszeit hätten die Himalaya-Braunbären vermutlich über längere Zeit hinweg durch Gletscher abgetrennt und isoliert von den anderen gelebt, vermuten die Forscher.

Ihrer Einschätzung nach sind die Ergebnisse nicht nur wichtig, um die Herkunft der Tiere nachzuvollziehen, sondern auch für deren Gegenwart. „Die Himalaya-Braunbären sind vom Aussterben bedroht. Ihre Bevölkerungsstruktur und genetische Vielfalt zu klären, kann auch helfen, ihre Bestände zu schätzen und Management-Strategien zu entwerfen“, hofft Lindqvist. Auch die Untersuchung weiterer „Yeti-Relikte“ könne dazu beitragen.

Die Existenz von Bigfoot bleibt ein Rätsel

Für den haarigen nordamerikanischen Riesen Bigfoot bedeutet das Ergebnis, dass es einsamer wird um ihn. Doch auch seine Existenz steht in Frage, seit 2008 zwei Männer zunächst behauptet hatte, in den nördlichen Wäldern von Georgia einen Bigfoot-Leichnam gefunden zu haben. Am Ende stellte sich heraus, dass es sich um nichts anderes als um eine handelsübliches Bigfootkostüm gehandelt habe, welches die zwei auf Eis gelegt hatten.

Von nl/dpa/RND

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