Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Flüchtlinge bringen Kommunen an ihre Grenzen
Mehr Welt Panorama Flüchtlinge bringen Kommunen an ihre Grenzen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:43 15.09.2014
Von Conrad von Meding
Immer mehr Menschen suchen Asyl in Deuschland und stellen damit Kommunen vor Herausforderungen. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Hannover

Im Sommer ließen sich innerhalb eines Monats 19.431 Asylsuchende bundesweit neu registrieren. Das ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat um 75,6 Prozent und der höchste Monatswert seit 1993. Fast jeder zehnte Flüchtling wird der Quote zufolge Niedersachsen zugewiesen.

Landesweit baten in den ersten sieben Monaten dieses Jahres 8336 Menschen um Asyl, das entspricht einem Anstieg von 63,5 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres (5097). Bis zum Jahresende rechnet das Innenministerium mit insgesamt 18.800 Asylanträgen. 2007 hatte es noch 1637 Anträge in Niedersachsen gegeben.

Menschenrechtsorganisationen betonen angesichts der steigenden Zahlen, dass in Mitteleuropa nur der kleinste Teil der Hilfesuchenden ankomme. Die Hauptlast von Bürgerkriegen, Hunger und Vertreibung trügen in der Regel die Nachbarländer der jeweiligen Krisenherde. Dort müssten Millionen Flüchtlinge oft in einfachen Camps versorgt werden.

Den Kommunen hingegen macht vor allem die geringe Verlässlichkeit zu schaffen, mit der das Land die Flüchtlinge zuteilt. Voriges Jahr sei die vorher kommunizierte Quote nicht erfüllt worden, sagte Hannovers Stadtsprecher Alexis Demos am Montag; in diesem Jahr müsse man deshalb mit mehr Flüchtlingen rechnen, als die offizielle Quote ausweise. Aktuell beziehen in Hannover mehr als 1600 Menschen finanzielle Leistungen. Für 2015 kalkuliert die Stadtspitze mit 27 Millionen Euro für die Unterbringung von Flüchtlingen. Ob das Geld angesichts steigender Zahlen reichen wird, ist nach Angaben der Stadt aber ungewiss.

Vorrangiges Ziel der Stadt sei, die Hilfesuchenden menschenwürdig unterzubringen, sagt Demos. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Unterkünfte zu bauen und Alternativen am Immobilienmarkt zu finden.“ Die neuen Flüchtlingswohnheime am Annateich und Auf der Bult sind fertig und bezogen, ein weiteres in Bothfeld soll noch dieses Jahr fertig werden. In Badenstedt und Wettbergen steht der Baustart bevor, am Kronsberg hofft die Stadt auf einen Baubeginn im Frühjahr. Weitere Standorte sind in Vorbereitung.

Trotz der Neubauaktivitäten mussten vergangene Woche 20 Flüchtlinge in der Sporthalle der Stöckener Feuerwehrwache untergebracht werden, die eigens für Notfallunterbringungen ausgerüstet ist. „Wir werden sehr kurzfristig über Neuankömmlinge informiert und haben am Wohnungsmarkt nicht schnell genug Alternativen gefunden“, sagt Demos. Derweil intensiviert die Stadt die Hilfen für Flüchtlinge und Nachbarschaftsinitiativen.

Am Montag ist ein Modellprojekt gestartet, das Asylbewerbern die Aufnahme einer Beschäftigung erleichtern soll.

Mit einem Sprachprojekt will die Polizei in Deutschland und Polen ihre Zusammenarbeit in der Grenzregion intensivieren. 23 deutsche und polnische Polizisten lernen dazu seit Montag in Frankfurt (Oder) für mehrere Tage typische Polizeivokabeln, wie der Koordinator bei der Polizeidirektion Ost, Peter Salender, sagte.

15.09.2014

Fast ein Jahr lang wurde immer wieder abgepacktes Hackfleisch in Märkten in Eutin und Umgebung mit Nähnadeln gespickt. Nun wurde eine 60-Jährige gefasst. Sie zeigt sich in einigen Fällen geständig.

15.09.2014

Ein 84-jähriger Mann hat bei der Suche nach einem Straßenschild in Lüneburg komplett die Orientierung verloren. Er hatte sein Auto verlassen und es samt darin sitzender Ehefrau nicht wieder gefunden. Erst die Polizei konnte helfen.

15.09.2014