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Panorama Flaschenwerfer muss für mehr als zwei Jahre in Haft
Mehr Welt Panorama Flaschenwerfer muss für mehr als zwei Jahre in Haft
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18:46 28.08.2017
Auf dem G-20-Gipfel in Hamburg hatte der 21-jährige Niederländer mit Flaschen Polizisten attackiert. Quelle: dpa
Hamburg

Anfang Juli hielten die Krawalle rund um den G-20-Gipfel in Hamburg die Hansestadt in Atem. Demonstranten und Polizei lieferten sich mehrfach Straßenschlachten. Ein Krawallmacher wurde nun am Montag zu zwei Jahren und sieben Monate Haft verurteilt. Das Gerichts sprach ihn damit des schweren Landfriedensbruchs, der gefährlichen Körperverletzung, des besonders schweren Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Widerstands schuldig.

Das Amtsgericht Hamburg sah es als erwiesen an, dass der 21-jährige Niederländer auf der „Welcome to Hell“-Demo in Hamburg mit Flaschen nach Polizisten geworfen habe. Der Richter verhängte ein weit aus schärferes Urteil, als die Staatsanwaltschaft es eingefordert hatte. Die verlangte für den Angeklagten ein Jahr und neun Monate Haft.

Polizei ermittelt in mehr als 2000 Fällen

Es war der erste Prozess im Zusammenhang mit den Ausschreitungen während des G-20-Gipfels in Hamburg. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sitzen noch 32 Personen in Untersuchungshaft. Am Dienstag soll der nächste Beschuldigte vor Gericht kommen. Die Hamburger Polizei ermittelt wegen mutmaßlicher Straftaten von G20-Gegnern in mehr als 2000 Fällen. Das zeigen interne Zahlen der Sonderkommission „Schwarzer Block“, die dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ vorliegen. Ein Polizeisprecher bestätigte am Montag auf Nachfrage den Umfang der Ermittlungen. „Ich kann die Zahlen bestätigen“, sagte er.

Die Statistik mit dem Stichtag 22. August umfasst dem Bericht zufolge vom 1. Januar bis Ende Juli 2036 Straftaten. Aus den Daten gehe jedoch nicht hervor, wie viele Taten es an den Gipfeltagen am 7. und 8. Juli gegeben haben soll. Die meisten Delikte beträfen Sachbeschädigung mit 575 Fällen, gefährliche Körperverletzung (330 Fälle) und Landfriedensbruch (303). Dann folgten besonders schwere Fälle von Landfriedensbruch (126) und Brandstiftung (123). In 45 Fällen gehe es um Widerstand gegen Polizeibeamte.

Die G-20-Krawalle beschäftigen die Hansestadt noch länger

Am Donnerstag beginnt die Hamburgische Bürgerschaft mit der politischen Aufarbeitung des G20-Gipfels, in dessen Umfeld es zu schweren Krawallen gekommen war. In der ersten Sitzung des vereinbarten Sonderausschusses soll der Zeitplan für die wohl bis Sommer 2018 dauernden Beratungen festgelegt werden. Angehört werden sollen unter anderen externe Experten, Betroffene, Verantwortliche in den Behörden sowie Vertreter der Politik - darunter auch Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD).

Von dpa/RND

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